Die Hälfte der Kaufkraft fließt ab

Einzelhandelskonzept

NORDKIRCHEN Rund die Hälfte der in Nordkirchen vorhandenen Kaufkraft fließt aus der Schlossgemeinde ab. Das ist in vergleichbaren Kleinstädten in der Regel nicht anders. Und es lässt sich nur sehr begrenzt ändern.

von Von Matthias Münch

, 15.07.2009, 17:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Hälfte der Kaufkraft fließt ab

Die Bergstraße gehört im Einzelhandelskonzept zum zentralen Versorgungsbereich. Bestimmte Sortimente dürfen nur hier verkauft werden.

Um so wichtiger ist die Sicherung und Stärkung des vorhandenen Geschäftlebens. Dies soll mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Einzelhandelskonzept geschehen, mit dem sich der Bauausschuss jetzt zum ersten Mal befasste. Svenja Krämer vom Büro Junker und Kruse, das das Konzept erarbeitet hat, stellte den Entwurf dazu vor. Das Fachbüro hat das vorhandene Angebot untersucht und folgendes ermittelt: Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in der Gemeinde ist von 2006 bis 2009 von 69 auf 59 gesunken.

Die Verkaufsfläche schrumpfte in dieser Zeit von 10220 m² auf 9560 m². Davon sind 6200 m² in Nordkirchen, 2720 m² in Südkirchen und 440 m² in Capelle. Die Nahversorgung ist laut Analyse in Nordkirchen gut, in den beiden anderen Ortsteilen aber nicht.   Dies könnte in Südkirchen mit dem geplanten Supermarkt geändert werden. Mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1000 m² hätte er keine schädlichen Wirkungen auf Nordkirchen. Herzstück des Einzelhandelskonzeptes ist die Sicherung des zentralen Versorgungsbereiches. Zu diesem Zweck soll in einer Liste festgelegt werden, welche Sortimente nur im Zentrum und welche auch außerhalb verkauft werden dürfen. Dafür gibt das Landesentwicklungsgesetz klare Vorgaben.  

An dieser Vorschlagsliste hat in Nordkirchen auch der Werbering mitgearbeitet. Als Zentrum soll in der Schlossgemeinde der Bereich um den Mühlenpark mit den umliegenden Geschäftsstraßen (siehe Grafik) festgelegt werden. Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Handwerker, die ihre Produkte auch außerhalb des Zentrums anbieten dürfen. Nahversorgung ist natürlich auch weiterhin in Capelle und Südkirchen möglich. Sortimente, die nicht zentrumsrelevant sind, sollten im Gewerbegebiet Aspastraße konzentriert werden. Die Einfallstraßen sollten Tabubereiche für neue Geschäftsansiedlungen sein.

All dies wird nun im Rat und den zuständigen Ausschüssen beraten. Das Konzept soll auch in einer öffentlichen Bürgerversammlung vorgestellt werden.

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