„Die Schloßstraße ist tot“: Antrag der UWG sorgt für maximale Irritation in Nordkirchen

hzEinzelhandel in Nordkirchen

Die UWG in Nordkirchen sieht dringenden Handlungsbedarf beim Einzelhandel im Nordkirchener Ortskern. Mit einem entsprechenden Antrag gegen den Leerstand sorgte die Fraktion für Verärgerung.

Nordkirchen

, 04.03.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit ihrem Antrag zum Haushalt 2020 der Gemeinde Nordkirchen hat die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) am Dienstag für maximales Unverständnis und für Verärgerung gesorgt: Die Schloßstraße sei „tot“, zumindest aber liege sie „im Sterben“.

Gemeint sind die Geschäfte entlang der Schloßstraße, im weiteren Verlauf aber auch an der Bergstraße und am Ludwig-Becker-Platz. Vor allem bezogen auf die aus Sicht der UWG besorgniserregenden Leerstände. Der konkrete Antrag der Unabhängigen Wähler im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung: Die Gemeinde soll im Haushalt für 2020 15.000 Euro an Mitteln bereitstellen, um ein Konzept zur langfristigen Belebung des Ortskerns in Auftrag zu geben.

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Nach einigen Momenten der Stille ergriff Bürgermeister Dietmar Bergmann als erster das Wort. Die Verwaltung sehe dies „ganz anders“, so Bergmann. Mit Neuansiedlungen, wie den „Alltagshelden“, dem Hörakustik-Geschäft „Hörmacherei“ und einigen Umzügen an der Schloßstraße sowie einer Fahrschule am Ludwig-Becker-Platz zählte Bergmann einige Beispiele auf, wie zuletzt Leerstände im Ortskern mit Leben gefüllt wurden.

Zwei Leerstände an der Schloßstraße aktuell

Auf Anfrage fügte Bergmann am Mittwoch hinzu, dass zurzeit noch zwei Ladenlokale an der Schloßstraße leer stehen: die ehemalige Schwanen-Apotheke und das ehemalige Kaufhaus Borgard. Ein weiteres Geschäft, Schloßstraße 1, hat bereits einen neuen Mieter.

Als „waghalsige These“ bezeichnete Markus Pieper, Fraktionsvorsitzender der CDU und Vorsitzender von Nordkirchen Marketing, die Argumentation der UWG. Anstatt den Nordkirchener Ortskern zum Problem zu erklären, sollten die Geschäftstreibenden doch lieber beim Thema verkaufsoffene Sonntage unterstützt werden, so Pieper.

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Dietmar Bergmann erklärte einen Tag nach der Sitzung, dass ein Konzept, wie es die UWG fordert, ohnehin schon vorliege. Im Einzelhandelskonzept, das die Gemeinde regelmäßig fortschreibt, gehe es genau um die Analyse der Nachfrage und des Angebots in allen drei Ortsteilen und es gibt konkrete Empfehlungen, welche Geschäftsansiedlungen gefördert werden sollten.

Ein Beispiel: Die Ansiedlung der Bekleidungskette Ernsting‘s Family im Mühlenpark. Das Einzelhandelskonzept der Gemeinde hatte beim Thema Textilien eine Unterversorgung in Nordkirchen festgestellt.

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Auf der anderen Seite müsse auch klar sein, so Bergmann, dass die Ladenlokale in privatem Besitz sind. „Man kann die Vermieter nicht zwingen“, sagte Bergmann im Ausschuss. Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde sei regelmäßig im Gespräch mit den Eigentümern, auch die IHK trete beratend auf. Manchmal passten die Vorstellungen von Vermietern und potenziellen Mietern aber einfach nicht.

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