Dr. Wolfgang Erfeld geht mit reichlich Wehmut

NORDKIRCHEN Dr. Wolfgang Erfeld, langjähriger Geschäftsführer der Kinderheilstätte Nordkirchen, geht in den Ruhestand. Am Donnerstag sind die Mitarbeiter zum letzten Mal in seiner Ägide zu einem Neujahrsempfang eingeladen. Am 25. Januar wird er offiziell verabschiedet. Mit ihm sprach Matthias Münch.

09.01.2008, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Wolfgang Erfeld geht mit reichlich Wehmut

Dr. Wolfgang Erfeld nimmt Abschied von der Kinderheilstätte.

Herr Dr. Erfeld, wie lange haben Sie die Kinderheilstätte geleitet? Erfeld: Von 1982 bis 1987 war ich hier Verwaltungsleiter. 1987 habe ich die Geschäftsführung übernommen, als die Kinderheilstätte unter das Dach der damaligen Vestischen Kinderklinik GmbH, heute Vestische Caritas Kliniken GmbH, kam.

Wie war Ihr beruflicher Werdegang bis zur Geschäftsführung in Nordkirchen? Erfeld: Nach dem Abitur in Mannheim habe ich in München und Mannheim Volkswirtschaft studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. An der Uni Mannheim hatte ich dann eine Assistentenstelle. Als mein Professor einen Ruf nach Münster erhielt, bin ich mit gegangen und habe an der Westfälischen Wilhelms-Universität promoviert. Von 1981 bis 1982 war ich beim Deutschen Industrie- und Handelstag in Bonn und ging von dort nach Nordkirchen.

Was hat Sie als Wirtschaftswissenschaftler zu einer sozialen Einrichtung geführt? Erfeld: Ich bin geprägt worden durch die katholische Soziallehre. So bin ich zur Kinderheilstätte gekommen.

Was empfinden Sie jetzt am Ende Ihrer Dienstzeit? Erfeld: Ich spüre eine gewisse Wehmut aufzuhören, weil die Tätigkeit mir viel Freude bereitet hat. Immer gab und gibt es hier auf allen Ebenen sehr engagierte Mitarbeiter mit hoher Motivation.

Was hat Sie in Ihrer Zeit in Nordkirchen besonders bewegt? Erfeld: Dass ich in den 25 Jahren an einer Entwicklung der Kinderheilstätte teilnehmen konnte, die ihren Ruf bundesweit geprägt hat. Vor allem ist es in dieser Zeit gelungen, die beiden zentralen Förderbereiche zu modernisieren. Damit meine ich den Bau des Hauses 3 der Maximilian-Kolbe-Schule und den Umbau des Wohnheims. Das Gebäude der Villa Kunterbunt war ja noch gar nicht so alt, aber die strukturellen Voraussetzungen waren für das Wohnen behinderter Kinder nicht optimal. In beiden Fällen war es keine Selbstverständlichkeit, die Finanzierung auf die Beine zu bringen. Es musste gebohrt werden, um das Land NRW, den Kreis Coesfeld, den Landschaftsverband und das Bistum an den Kosten zu beteiligen. Ich bin froh und dankbar, dass uns auch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und die Aktion Mensch dabei unterstützt haben.

Was werden Sie künftig mit Ihrer neu gewonnenen Freizeit anfangen? Erfeld: Das sind drei Dinge. Erstens werde ich mich zusammen mit meiner Frau der wachsenden Zahl unserer Enkelkinder vermehrt widmen. Zweitens möchte ich die ehrenamtliche Arbeit in meiner Kirchengemeinde St. Clemens in Münster noch intensivieren. Und drittens bietet sich in Münster ein Studium im Alter an. Ich denke da an das Fach Theologie.

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