Eine halbe Million Euro bringt das Mobilitätskonzept ins Rollen

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Mit 558.000 Euro fördert das Land NRW das Mobilitätskonzept der Gemeinde Nordkirchen. Jetzt können zwei Bestandteile ins Rollen kommen.

Nordkirchen, Südkirchen, Capelle

, 26.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Projektförderung des Landes kann die Gemeinde Nordkirchen vier Mobilstationen errichten. Offiziell wurden sie am Mittwoch, 25. September, in Düsseldorf von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst per Bescheid überreicht. Diese Stationen sollen zukünftig Mobilitätsangebote bündeln. Angebote wie Carsharing, Lastenräder oder E-Bikes. Wie genau die Stationen ausgestattet werden sollen, das hängt auch von einer Haushaltsbefragung ab.

Eine halbe Million Euro bringt das Mobilitätskonzept ins Rollen

Zufriedene Gesichter bei Bauamtsleiter Josef Klaas (l.), Bürgermeister Dietmar Bergmann (2.v.r.) und Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann (r.), denen NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst den Zuwendungsbescheid für das Mobilitätskonzept überreichte. © Verkehrsministerium Mark Keppler

Ab Anfang der 40. Kalenderwoche flattern den Haushalten Fragebögen ins Haus, mit denen die Gemeinde zunächst mal herausfinden möchte, welcher Bedarf für welches Mobilitätsangebot es bei den Bürgern gibt. In Zusammenarbeit mit Björn Paulus vom Ingenieurbüro für Innovation und Transfer „infinite“ ist der anonymisierte Fragebogen entwickelt worden.

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Mobilitätsprotokoll

Er gliedert sich in zwei Bereiche: Laut Björn Paulus geht es um allgemeine Auskünfte zum Haushalt (Beruf, Ausbildung, welche Fahrzeuge gibt es und so weiter) und um Bewertungen der bestehenden Mobilitätsangebote Nordkirchens. Im zweiten Bereich sollen die Bürger für einen bestimmten Stichtag ihr persönliches Mobilitätsprotokoll liefern. Also, den Zweck der Weges und die Verkehrsmittel, die dazu an diesem Tag benutzt wurden.

Die ausgefüllten Fragebögen können im Rathaus, in der Tourist Information sowie den Filialen der Sparkasse Westmünsterland und der Volksbank Capelle-Südkirchen-Nordkirchen eG abgegeben werden. Die Gemeinde Nordkirchen hat als Motivationsspritze Gewinne organisiert, auf die die Teilnehmer eine Chance haben. 1. Preis. Ein Wochenende mit einem Elektrofahrzeug. 2. Preis: Zwei Tage Fahrgelegenheit mit einem E-Scooter. 3. bis 5. Preis: Ein Nordkirchen-Geschenk-Gutschein in Höhe von je 50 Euro.

Die Fragebögen sind auch online auf der Homepage der Gemeinde Nordkirchen abrufbar beziehungsweise können als pdf heruntergeladen und dann ausgefüllt per E-Mail an die Gemeinde geschickt werden. Bis zum 10. November sollten die Fragebögen an die Gemeinde zurück geschickt werden. „Dann werden die Fragebögen bis zum 10. Dezember ausgewertet“, sagt Manuel Lachmann.

Möglichst genaues Bild als Ziel

„Wir möchten gern wissen, wie sich die Bürger fortbewegen“, definiert Björn Paulus das Ziel der Befragung. Um ein möglichst genaues Bild zu bekommen, appelliert Bürgermeister Dietmar Bergmann an die Bürger: „Je mehr Menschen aus Nordkirchen, Südkirchen und Capelle sich beteiligen, desto genauer können wir den eigentlichen Bedarf ermitteln.“

Eine halbe Million Euro bringt das Mobilitätskonzept ins Rollen

Das ist er: der Zuwendungsbescheid über eine Landesförderung für die Mobilität in Nordkirchen. © Arndt Brede

Die Mobilstationen sollen an der Bushaltestelle Plettenberger Hof in Nordkirchen, an der Grundschule Südkirchen, bei Edeka Jehle in Capelle und auch am Bahnhof Capelle entstehen. Womöglich geht bald schon eine Mobilstation als Pilotprojekt an den Start, sagt Bürgermeister Bergmann.

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Genau das ist mit der Zuwendung des Landes auch möglich: Probieren, sehen, was wie funktioniert oder auch nicht. Denn das Geld ist Bestandteil des Programms „Reallabor Münsterland“, innerhalb dessen Nordkirchen durchaus Entwicklungen denken kann, die bisher so noch nicht gedacht wurden.

Über Kommunal- und Kreisgrenzen hinaus

Dazu gehöre auch, das Mobilitätskonzept nicht nur für Nordkirchen zu denken, „sondern auch darüber hinaus, über Kommunal- und Kreisgrenzen“, wie der Bürgermeister ausführt. Heißt: „Wir sind in Gesprächen mit Nachbarkommunen im Kreis Unna und mit der Agentur, die für den Kreis Unna ein Mobilitätsgutachten erstellen soll.“ Denn Mobilitätsbedarfe hören weder an Kommunal-, noch an Kreisgrenzen auf. Motto: Wenn Selm an der künftigen Radstation womöglich Carsharingangebote macht, können durchaus auch Nordkirchener davon profitieren.

Eine halbe Million Euro bringt das Mobilitätskonzept ins Rollen

Ein Foto mit Symbolwert: Das Nordkirchener Mobilitätskonzept ist in Arbeit. Genau so wie die neue Mobilitätszentrale am alten Haus-Westermann-Standort (Foto). © Arndt Brede

Angebote vernetzen, das ist das Gebot der Stunde: Und diese Angebote auch den Bürgern verfügbar machen, etwa durch eine App für Smartphones. Oder auch in der künftigen Mobilitätszentrale am alten Haus-Westermann-Standort. Auch dort können sich Bürger, dann auch persönlich in Gesprächen mit Mitarbeitern, informieren, wie sie gut und günstig von A nach B kommen können.

Nordkirchens Bürgermeister macht übrigens keinen Hehl daraus, dass das, was die Gemeinde Nordkirchen da auf die Beine stellt, wichtig für die Zukunft ist: „Wir nehmen durchaus eine Vorreiterrolle ein.“ Bestehende Angebote wie der Bürgerbus seien dabei integraler Bestandteil des Konzepts.

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