Evangelische Kirchengemeinde sagt Veranstaltungen ab - Konfirmation steht auf der Kippe

hzViele Absagen

Die Evangelische Kirchengemeinde Nordkirchen hat zahlreiche Gottesdienste gestrichen. Davon ausgenommen ist der Sonntags-Gottesdienst. Dafür gibt es aber besondere Vorkehrungen.

Nordkirchen

, 14.03.2020, 10:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen des Coronavirus werden auch in Kirchen zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. Am Freitag (13.3.) wurde bekannt, dass in der katholischen Kirchengemeinde des Bistums Münster bis zum Ende der Osterferien am 19. April sämtliche Firmungen abgesagt worden sind. Davon betroffen ist auch die für Samstag, 14. März, geplante Firmung der St.-Mauritius-Gemeinde in Nordkirchen.

Auch in der Evangelischen Kirchengemeinde könnte es zu Verschiebungen kommen, was die Konfirmation angeht. „Wir sind gehalten, nur noch Standard-Gottesdienste zu machen. Alle anderen Gottesdienste finden nicht statt“, sagt Silke Niemeyer, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde in Lüdinghausen und Seppenrade. Sie vertritt aktuell Jenny Caiza Andresen, die zuständige Pfarrerin in Nordkirchen.

Konfirmation? „Sehe aktuell nicht, dass wir die feiern können“

Darüber hinaus findet der Konfirmations-Unterricht nun vorerst nicht mehr statt. Für die Konfirmation, die für Ende April terminiert ist, hat Niemeyer keine großen Hoffnungen: „Ich sehe aktuell nicht, dass wir die feiern können. Ich habe bereits Taufen absagen müssen. Wir können keine normale, persönliche Seelsorge betreiben, sondern machen das leider aktuell nur über Telefongespräche. Das geht mir echt nahe. Es ist denkbar, dass die Konfirmation verschoben werden muss.“

Wann die Konfirmation in diesem Fall nachgeholt werden könne, stehe laut Niemeyer noch in den Sternen. Kurzfristig, sagt sie, gehe das nicht. „Die Leute müssen ja auch planen können. Da braucht man viel Vorlauf.“

Abendmahl wird weiter gefeiert

Auch alle anderen Gruppen-Treffen wurden bereits abgesagt. „Die geplanten Eltern-Abende fallen aus. Wir müssen zudem alle Gruppen, auch die Senioren-Gruppen, bitten, sich nicht zu treffen“, sagt Niemeyer.

Das Abendmahl in den Gottesdiensten werde weiter gefeiert. „Wir haben lange überlegt, wie wir es machen können. Wir werden nun Einzel-Kelche reichen, um ein minimales Ansteckungs-Risiko zu haben. Und die Leute werden von uns das Brot gereicht bekommen und nicht herumgeben.“ Zudem werde darauf geachtet, „dass sich verlässlich die Hände gereinigt werden“, so Niemeyer.

Fernseh-Gottesdienste als Alternative

Auch auf das Händereichen wird in der Kirche verzichtet. Niemeyer appelliert an die Menschen, die zu den Risikogruppen zählen, dem Gottesdienst fernzubleiben: „Geht bitte vorsichtig mit euch um. Wir wollen keine Vorschriften machen, aber es gibt auch Fernseh-Gottesdienste, die man alternativ schauen kann.“

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