Fall um vermeintlich flüchtigen Unfallfahrer in Capelle ist gelöst - Strafe ist verhängt

hzVerkehrsunfall

Mit einem Hubschrauber suchte die Polizei im März in Capelle einen vermeintlichen Unfallfahrer. Schnell kamen an der Geschichte der Autoinsassen Zweifel auf. Jetzt ist der Fall abgeschlossen.

Capelle

, 09.08.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 27-jährige Fahrzeughalter, der bei einem Autounfall am 10. März auf der L 671 in Capelle, Höhe Einmündung Sandstraße, verletzt wurde, hat mittlerweile zugegeben, den Wagen selbst gefahren zu sein. Das teilt Rolf Werenbeck-Ueding, Sprecher der Kreispolizeibehörde Coesfeld, auf Anfrage mit. In dem Fall ist auch schon ein Urteil ergangen.

Rückblick: In der Nacht zu Sonntag, 10. März 2019, waren der Fahrzeughalter und sein damals 22-jähriger Mitfahrer mit dem Golf auf der L 671 unterwegs. Sie kamen aus Richtung der B 54. „Vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit kam der Pkw im Verlauf einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab, prallte frontal gegen einen Baum und wurde anschließend zurück auf die Fahrbahn geschleudert“, berichtete die Polizei damals nach der Unfallaufnahme.

Keiner der beiden wollte gefahren sein

Beide Insassen wurden dabei schwer verletzt. Beide gaben allerdings an, nicht gefahren zu sein. Beide waren laut Polizei alkoholisiert.

Wer ist also gefahren? Ein fast unbekannter Dritter, dessen Nachname den beiden partout nicht mehr einfallen wollte, soll angeblich gefahren sein. Er sei nach dem Unfall geflüchtet.

Ein möglicherweise verletzter, verwirrter Unfallfahrer: Diese Ausgangslage rief im Anschluss einen Polizeihubschrauber auf den Plan, der die Gegend absuchte, allerdings niemanden in der Nähe finden konnte.

Polizei fand jede Menge Spuren

Was die Polizei allerdings fand, waren Spuren, wie DNS-Proben aus Blutflecken an den Airbags. Die Geschichte vom unauffindbaren Dritten erschien der Polizei wie eine Erfindung. Stattdessen wuchs bei den Beamten die Vermutung, dass doch einer der beiden Insassen am Steuer gesessen haben könnte: „Die Beweislast ist erdrückend“, sagte Werenbeck-Ueding dieser Redaktion im April.

„Wir sind zuversichtlich, über die Spuren den Tathergang ermitteln zu können“, fügte er hinzu. Es zeigte sich: Werenbeck-Ueding behielt mit dieser Prognose recht.

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Am Mittwoch sagte der Polizeisprecher, dass am Ende die DNS-Auswertung gar nicht mehr nötig gewesen sei. Der 27-jährige Fahrzeughalter gab zu, selbst gefahren zu sein. Seit Ende Juni gibt es auch bereits einen Strafbefehl, also eine Strafe, die auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Gericht bei geringfügigen Delikten verhängt wird und keine Verhandlung braucht.

Empfindliche Strafe für den Unfallfahrer

15 Monate muss der Ascheberger auf seinen Führerschein verzichten und könne erst dann eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantragen, so Werenbeck-Ueding. Hinzu kommen 50 Tagessätze von jeweils 30 Euro Strafe, und er muss die Verfahrenskosten tragen.

„Die Polizei anschwindeln lohnt sich eben nicht“, sagt Rolf Werenbeck-Ueding zu dem Fall abschließend.

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