Flaschendeckel für Aktion „Deckel drauf“ können nur noch für kurze Zeit abgegeben werden

Deckelaktion

Die Rechnung ging jahrelang auf: 500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung. Doch jetzt stellen die Nordkirchener Rotarier die erfolgreiche Aktion ein. Nicht ganz freiwillig.

Nordkirchen

05.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Flaschendeckel für Aktion „Deckel drauf“ können nur noch für kurze Zeit abgegeben werden

Viele Menschen haben Deckel gesammelt, um Impfungen gegen Kinderlähmung zu finanzieren. © Viktoria Michelt

2013 war die Aktion aus der Taufe gehoben worden. Nur ein Jahr später wurde der Verein „Deckel drauf e.V.“ gegründet. Die Erlöse in Höhe von 270.000 Euro haben gereicht, um rund 3.315.000 Impfungen weltweit zu finanzieren. Warum endet die Aktion Mitte Juni?

1. Die Preise auf dem Markt für Sekundärrohstoffe seien zuletzt deutlich gesunken. Es könne nicht sichergestellt werden, dass auch in Zukunft entsprechende Erlöse erzielt werden.

2. Die EU hat in ihrer Kunststoffstrategie, die die Organisationen für völlig richtig und notwendig halten, festgelegt, dass künftig die Deckel fest mit den Flaschen verbunden sein müssen. Es geht also mittelfristig das Sammelmaterial aus.

3. Die Organisatoren sind vom Erfolg überrollt worden. „Das Projekt ist inzwischen so groß geworden, dass es von einer Handvoll Ehrenamtlicher nicht mehr ordentlich betrieben werden kann“, teilten die Nordkirchener Rotarier mit. So konnte Stephanie Paulig seit 2017 alljährlich rund 50 große blaue Säcke zu den Zwischenlagern bringen.

Deshalb können Plastikdeckel bis 4 cm Durchmesser noch bis zum 15. Juni an den Sammelstellen in Nordkirchen: Ev. Kreuz-Kirche, Bergstr. 34; PuG-Pflegedienst, Schloßstr. 11; Familie Schöneberg, Wierlingsweg 14 und Ev. Gemeindebüro Lüdinghausen, Stephanusweg 7 abgegeben werden. Danach müssen die Plastikdeckel in der „gelben Tonne“ entsorgt werden oder mit den Flaschen abgegeben werden.

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