Fürs neue Mobilitätskonzept der Gemeinde Nordkirchen sollen sich die Bürger bewegen

hzMobilitätskonzept

Ein neues Mobilitätskonzept für die Gemeinde Nordkirchen aufzustellen, heißt, viele Akteure mit ins Boot zu nehmen. Die Wichtigsten natürlich auch.

Nordkirchen, Südkirchen, Capelle

, 09.09.2019, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nordkirchener Haushalte werden demnächst aufgefordert, sich zu äußern. Und zwar zum Thema Mobilität. Und sie sollen dabei durchaus auch ins Detail gehen: Wann muss ich zum Arzt? Nutze ich den Bürgerbus? Benötige ich regelmäßig ein Taxi? Komme ich mit dem Busangebot klar? So oder zumindest so ähnlich dürften die Fragen lauten, die die Gemeinde derzeit ausarbeitet.

Hintergrund: Die Gemeinde stellt derzeit ein Mobilitätskonzept auf. Dazu benötigt sie aber Informationen zum Bedarf an Alternativen zum Auto. Und wer wäre geeigneter sich zum Bedarf zu äußern als die Bürger selber? Ihre Meinung ist ein wichtiger Part bei der Suche nach dem besten Konzept. Das machten Bürgermeister Dietmar Bergmann und Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann am Donnerstag, 5. September, während der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung klar.

Befragung Anfang Oktober

Jetzt geht die Gemeinde also konkret auf die Bürger, also den künftigen Profiteuren des Mobilitätskonzepts zu. Wie, das erläuterte Lachmann im Ausschuss: „Wir wollen zunächst mal den Ist-Zustand ermitteln.“ Also, wie groß der Bedarf an verbesserten Mobilitätsmöglichkeiten sei. Diese Befragung soll Anfang Oktober den Haushalten zur Verfügung gestellt werden. Per Post und online.

Und da kommt ein weiterer wichtiger Baustein des Mobilitätskonzeps ins Spiel: Mobilstationen. Punkte also, wo beispielsweise Leih-Lastenräder und E-Bikes, Car-Sharing-Angebote sowie Beratung gebündelt präsent sind. Vier dieser Stationen soll es geben: je eines pro Ortsteil und eines zusätzlich am Bahnhof Capelle. Ziel sei, ein Betreibermodell zu finden. Ob ein öffentlicher Betreiber wie zum Beispiel ein Verkehrsunternehmen oder ein privater Betreiber, das sei noch offen, so der Wirtschaftsförderer.

Mobilstation für eine Testphase geplant

Das Betreibermodell soll aber ganz klar aus Nutzersicht - also aus Sicht der Bürger - konzipiert werden, so Lachmann. Steht fest, wie groß der Bedarf an verschiedenen Mobilitätsangeboten ist, geht es in die nächste Phase. Dann soll eine Fläche für eine Mobilstation für eine Testphase zur Verfügung gestellt werden, führt Manuel Lachmann aus.

Während der Testphase können die Bürger verschiedene Verkehrsangebote an der Mobilstation tatsächlich nutzen. „Dadurch bekommen wir Echtdaten darüber, was am Ende tatsächlich genutzt wird.“ Es folgt die Analyse dieser Echtdaten, um zu erfahren, in welcher Dimension die Mobilstationen errichtet werden müssen, sagt der Wirtschaftsförderer. Bedarfsgerecht eben.

Bis Ende 2019 soll das Betreibermodell stehen. 2020 soll die Testphase laufen.

Wie sich das Betreibermodell finanziert, steht noch nicht fest. Aber bis Ende des Jahres 2019 soll laut Bürgermeister Dietmar Bergmann feststehen, wie das Mobilitätskonzept vom Land gefördert wird.

CDU-Themen werden eingebaut

In die Befragung der Bürger nach dem Bedarf an Mobilitätsangeboten soll übrigens auch ein Vorstoß der CDU-Fraktion fließen. Für die Ausschussitzung hatte die CDU eine „Erhebung zur Bedarfserfassung bezüglich des ÖPNV hier in allen drei Ortsteilen des Gemeindegebietes durchzuführen, um schnell ein Ergebnis herbeizuführen, das für die kurzfristige Planung relevant sein muss“.

Konkrete Fragen der CDU sind unter anderem: Wie steht es um die Taxi- und/oder Mietwagensituation, deren Standorte, Angebote und Konzessionen? Wie ist der Bürgerbus eingebunden? Kann dieser den Status zukünftig halten oder gar ausbauen? Kann man den Nachtbus aus Münster für Jugendliche an Wochenenden hier anbinden? Benötigen wir mehr freie, direkt wählbare Fahrdienstangebote (Miettaxi)?

Genau diese Themen, die die CDU aufwirft, werde die Verwaltung in die Befragung Anfang Oktober einbauen, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann.

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