Die Gemeinde Nordkirchen soll künftig überwachen, wer im Mühlenpark wie lange parkt. © Günther Goldstein
Parkplatzsituation

Gemeinde soll bald Parkplätze im Mühlenpark kontrollieren

Chance oder Risiko? Die Nordkirchener Politiker haben kontrovers über die Umwidmung der Parkplätze im Mühlenpark diskutiert. Die Gemeinde soll dort künftig gegen Dauerparker vorgehen.

Große Vorfreude, Skepsis und noch einige Fragen: Die Reaktionen auf diesen Tagesordnungspunkt waren in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planung sehr gemischt. Auf dem Plan stand die Widmung der Parkplätze im Mühlenpark zur öffentlichen Verkehrsfläche.

Die Eigentümer der privaten Parkplatzflächen im Mühlenpark drängen seit Jahren darauf, dass die Gemeinde die Überwachung des ruhenden Verkehrs auf diesen Plätzen übernimmt. Grund ist die häufige Fehlnutzung durch Dauerparker, sodass aus ihrer Sicht für den Kundenbedarf kein ausreichendes Stellplatzangebot verfügbar bleibt. Diese Situation könnte sich nach der geplanten Eröffnung des Modegeschäfts Ernsting‘s Family noch verschärfen.

Die Verwaltung der Gemeinde hat diesem Anliegen zugestimmt, will aber dann auch zu Zeiten geschlossener Geschäfte auf diese Parkplätze im Rahmen eines kommenden Parkplatzleitsystems hinweisen. Die Flächen bleiben im privaten Eigentum.

SPD freut sich über neue Möglichkeiten

Gereon Stierl (SPD) zeigte sich begeistert über diese neue Möglichkeit: „Jetzt haben wir alles selbst in der Hand. In einer Großstadt wäre es undenkbar, dass ein Eigentümer solche Parkflächen abgibt.“ Er verwies darauf, dass sich dadurch bei knappem Parkraum eine Möglichkeit ergebe, Geld zu generieren.

Wesentlich zurückhaltender beurteilte Thomas Quante (CDU) die Lage. Er äußerte die Vermutung, dass die Eigentümer vor allem ihre eigenen Vorteile im Auge hätten und regte an, dass diese privat den Parkplatz überwachen könnten. Dazu sind diese laut Verwaltung aber nicht bereit. Bürgermeister Dietmar Bergmann gab zu bedenken: „Wenn es eine private Überwachung gäbe, wäre der Parkplatz vermutlich nach Ladenschluss geschlossen.“

Grüne: Sicherheit von Fußgängern könnte problematisch werden

Manfried Kuliga (Fraktion Grüne) beklagte, dass Fußgänger und Fahrradfahrer bei der Planung kaum berücksichtigt würden. Gerade die Situation auf der angrenzenden Straße An der Post sei für Fußgänger, unter anderem die Bewohner des Seniorenhauses Mauritius, schwierig. Studien hätten gezeigt, dass die Schaffung von neuen Parkplätzen nur mehr Verkehr nach sich ziehen würde. Aus diesem Grund forderte er, die Errichtung von Fahrradabstellanlagen zur Bedingung für eine Einigung mit den Eigentümern zu machen.

Michael Bomholt, CDU-Ratsmitglied und Inhaber eines Sportgeschäfts an der Schlossstraße, betonte: „Das ist auch eine Riesenchance für die Schlossstraße, auch hier werden durch weniger Langzeitparker mehr Parkplätze frei.“

Die Überwachung der Parkzeitregelungen und ein späteres Parkleitsystem wird

durch die installierten Parkraumsensoren unterstützt. Darüber kann die Gemeinde jeden einzelnen Stellplatz einsehen und gezielt gegen Langzeitparker vorgehen. Schließlich stimmte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag doch einstimmig bei einer Enthaltung zu. Am 4. November wird in der nächsten Ratssitzung darüber abgestimmt.

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