Gesamtschule in Nordkirchen braucht mehr Platz für neue Aufgaben und große Nachfrage

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Gut 25 Jahren nach dem Start der Gesamtschule Nordkirchen muss die Gemeinde nachsteuern. Es fehlen Räume - nicht nur für den Sport. Guter Rat ist „teuer“.

Nordkirchen

, 29.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein eingeschaltete Gutachter hat sich in den Gebäuden der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule genau umgesehen, hat gerechnet und zusammengetragen. Sein Fazit: Es fehlt Platz. Zusammengerechnet rund 300 Quadratmeter. Aber wo sind die größten Defizite? Hier die wesentlichen Punkte aus dem Gutachten:

  • Bei den Fachräumen für Kunst/Musik/Textil besteht ein Fehlbedarf von zwei weiteren Räumen.
  • Der Fachbereich Hauswirtschaft entspricht mit 121 Quadratmetern nicht der eigentlich erforderlichen Größe von 150 Quadratmeter. Das führt zu Beschränkungen des Unterrichts.
  • Der vorhandene Mehrzweckraum reicht ebenfalls nicht aus. Der Bedarf an Computerräumen ist bei weitem nicht gedeckt.
  • Um das Lehrerzimmer in Mehrfachfunktion für Gesamtkonferenzen nutzen zu können, sind 95 Sitzplätze auf einer Fläche von 214 Quadratmetern in einem Raum als erforderlich errechnet. Zur Verfügung stehen lediglich 145 Quadratmeter, die sich zudem auf zwei Lehrerzimmer aufteilen.

Kommunalpolitiker beraten in öffentlicher Sitzung das Thema

Wie die Probleme behoben werden können, berät ab dem 5. Dezember (Donnerstag) die Kommunalpolitik. Im öffentlichen Teil der Fachausschusses geht es aber noch nicht um konkrete Lösungsansätze.

Vielmehr soll die Politik den zusätzlichen Raumbedarf anerkennen und die Gemeinde-Verwaltung mit der Lösung der Probleme beauftragen - in enger Abstimmung mit der Schulleitung.

Dass es überhaupt zu der Situation kommen konnte, hat aus Sicht der Verwaltung verschiedene Gründe. Fachbereichsleiterin Mechtild Kammert verweist beispielhaft auf folgende Entwicklungen.

Gesamtschule in Nordkirchen braucht mehr Platz für neue Aufgaben und große Nachfrage

Die neue Turnhalle an der Gesamtschule wird nicht zum neuen Schuljahr fertig. © Thomas Aschwer

Integration und Inklusion waren vor 25 Jahren kein Thema

Vor 25 Jahren habe das Thema Differenzierung kaum eine Rolle gespielt. Mit der Folge, dass sie aktuell auf Flurnischen stattfindet. Inklusion und Integration von Flüchtlingen sei ebenfalls bei der Gründung der Gesamtschule und der Entwicklung des Raumkonzeptes kein Thema gewesen.

Nach Aussage von Mechtild Kammert gibt es in der Verwaltung noch keine konkreten Vorschläge oder Ideen, wie der Platzbedarf erfüllt werden kann und soll. Damit ist noch offen, ob es einen Anbau oder vielleicht sogar ein zusätzliches Gebäude wird.

Neue Sporthalle wird später fertig als geplant

Klar ist hingegen, dass die Gesamtschule mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres noch nicht die neue Turnhalle nutzen kann. „Die Halle wird wohl eher Ende März fertig“, sagt die Fachbereichsleiterin.

Von außen sieht es bei der Halle zwar schon recht gut aus, doch beim Innenausbau sind die Handwerker noch voll gefordert. Mit der Folge, dass die Schule ein wenig improvisieren muss.

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