Grünen-Vorschlag für mehr Umweltschutz in Nordkirchen kommt gut an, wird dennoch abgelehnt

hzBündnis für Biodiversität

Mit dem Beitritt zum Bündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt“ sollte Nordkirchen mehr zum Artenschutz beitragen. In der Politik fand die Idee anklang. Trotzdem wird daraus nichts.

Nordkirchen

, 05.03.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Einsatz für den Umweltschutz und den erhalt der Artenvielfalt: Die Gemeinde Nordkirchen solle sich dem Bündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt e.V.) anschließen, schlugen die Nordkirchener Grünen in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung (3. März) vor.

230 Städte und Gemeinden haben sich deutschlandweit diesem Bündnis bereits angeschlossen, heißt es auf dessen offizieller Internetseite. Darunter sind in NRW zum Beispiel die Stadt Bochum, Emsdetten, aber auch der Kreis Steinfurt.

Mit dem Beitritt würde die Gemeinde Nordkirchen die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnen. Die Mitgliedschaft kostet im Jahr 165 Euro. Das Bündnis selbst wirbt damit, dass es den Kommunen die Möglichkeit bietet, sich zu „profilieren und positiv auf sich und ihre Maßnahmen aufmerksam zu machen“.

Kooperation mit anderen Kommunen

Ulrich Stüeken von den Grünen nannte einen weiteren Vorteil, der aus Sicht der Fraktion für den Beitritt sprechen würde: Nordkirchen könnte mit anderen Kommunen kooperieren beim Thema Artenvielfalt und Projektideen von anderen sammeln. Das Ziel des Bündnisses ist, mit unterschiedlichsten Projekten gegen das Artensterben in den Kommunen und Kreisen vorzugehen.

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In Bochum ist dabei beispielsweise die ökologische Dauerkleingartenanlage „Kraut und Rüben“ entstanden, die Gemeinde Schwanewede in Niedersachsen stellt ihren Bürgern jedes Jahr im Herbst bis zu 50 Jungpflanzen heimischer Gehölze (Schlehe, Hainbuche, Rotbuche, Feldahorn) kostenlos zur Verfügung. Das soll die Bürger dazu animieren, in den Gärten eher heimische Sträucher anzupflanzen.

Verwaltung argumentierte gegen die Unterzeichnung

Das grundsätzliche Ziel der Grünen, zum Artenschutz in Nordkirchen beizutragen, fand einerseits Anklang in der Ausschussrunde. Der Antrag wurde dennoch mehrheitlich abgelehnt. Für die Verwaltung argumentierte Bauamtsleiter Josef Klaas, dass sich die Kernpunkte der Deklaration mit den Zielen des Biologischen Zentrums in Lüdinghausen decken. Mit diesem kooperiere die Gemeinde schon seit Längerem, seit März 2019 ist die Gemeinde auch Mitglied im Trägerverein des Biologischen Zentrums.

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„Wir fühlen uns diesen Zielen bereits verpflichtet“, machte Klaas deutlich. Die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ verfolge hehre Ziele, die Verwaltung sehe allerdings keine Möglichkeit, die erforderliche Personalkraft im Rathaus bereitzustellen, um dieser Mitgliedschaft im nötigen Umfang nachzukommen, argumentierte der Bauamtsleiter. Dieser Einschätzung schloss sich die Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder am Dienstag an.

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