Heiraten in Nordkirchen unter Auflagen doch möglich - Gemeinde will Geschäften helfen

Corona-Pandemie

Rolle rückwärts beim Thema Heiraten in Zeiten von Corona: Was Montag noch verboten war, ist Dienstag in der Gemeinde Nordkirchen wieder möglich.

Nordkirchen

, 24.03.2020, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Nordkirchener Geschäfte und Gastronomiebetriebe versuchen, die Corona-Krise mit Hol- und Bringdiensten und anderen besonderen Services zu überbrücken. Die Gemeinde will alle Angebote jetzt sammeln und online bereitstellen.

Viele Nordkirchener Geschäfte und Gastronomiebetriebe versuchen, die Corona-Krise mit Hol- und Bringdiensten und anderen besonderen Services zu überbrücken. Die Gemeinde will alle Angebote jetzt sammeln und online bereitstellen. © Jessica Hauck (A)

Wie schnell sich die Lage in diesen Zeiten ändern kann, zeigte sich am Dienstagmorgen wieder - zum Ärger des Nordkirchener Bürgermeisters Dietmar Bergmann. „Am Montag hieß es noch, standesamtliche Hochzeiten seien nicht mehr möglich, heute heißt es, Heiraten geht doch“, sagte Bergmann im Gespräch mit der Redaktion.

Die Gemeinde habe noch am Montag enttäuschten Paaren absagen müssen. Jetzt also die Rolle rückwärts. Es gibt allerdings Einschränkungen für diejenigen, die trotz Corona-Krise standesamtlich heiraten wollen. Die Trauungen sind auf drei Personen begrenzt: das Brautpaar und den Standesbeamten, erklärt der Bürgermeister. Trotzdem: Das Hin und Her sei „sehr ärgerlich und sollte in dieser Form nicht passieren“, sagt Bergmann.

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Unterdessen hat die Gemeinde sich personell noch breiter für Kontrollen aufgestellt: So sei weiteres Personal aus dem Ordnungsdienst der Verwaltung abgestellt worden, um auf Gemeindegebiet zu kontrollieren, ob die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung eingehalten werden. Statt vier Mitarbeitern seien jetzt 15 im Einsatz - wenn auch nicht zur selben Zeit, sondern verteilt auf die nächsten Tage einschließlich des Wochenendes.

„Bürger halten sich an Vorgaben“

Bislang gebe es allerdings in Nordkirchen noch nichts zu beanstanden. Die Gemeinde habe, Stand Dienstagnachmittag, noch kein einziges Bußgeld verhängen müssen, sagt Bergmann zufrieden. „Wir haben gestern noch kontrolliert - ohne jegliche Besonderheiten“, fügt er hinzu. „Die Bürger halten sich offensichtlich an die Vorgaben und gehen sich aus dem Weg.“

Praktische Hilfe will die Gemeinde in den nächsten Tagen für Einzelhändler und Geschäfte an den Start bringen. Derzeit werde eine Internetseite vorbereitet, auf der Nordkirchener einen Überblick bekommen, welche Geschäfte, Unternehmen und Restaurants alternative Angebote eingerichtet haben, um ihre Kunden weiter zu versorgen.

Unternehmen sollen sich für Corona-Hilfe bei Gemeinde melden

Die Liste soll unter anderem Lieferdienste, Dienstleistungen oder andere Alternativangebote aus Nordkirchen auflisten, die während der strikten Pandemie-Auflagen gültig sind. „Die Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister wollen weiter arbeiten“, sagt der Bürgermeister. Mit der Seite wolle die Gemeinde dazu beitragen, dass die Angebote gefunden werden. Die Einträge werden mit Kontaktmöglichkeiten - Telefon oder E-Mail versehen, so Bergmann.

Dazu setzt die Gemeinde jetzt auf die Unterstützung der Unternehmen und Geschäftstreibenden: Wer in die Liste aufgenommen werden will, sollte sich an die Gemeinde wenden - per Mail oder Telefon an Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann (manuel.lachmann@nordkirchen.de), (02596) 017158 oder an Petra Dornhege-Mertens, (02596) 917152.

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