Initiative gegen Motorradlärm in Nordkirchen musste Zwangspause einlegen

hzMotorradfahren in Nordkirchen

Die Motorradsaison ist gestartet und viele Biker machen wieder Halt in Nordkirchen - zum Ärger einiger Anwohner. Dabei hätten erste Aktionen gegen Motorradlärm schon starten sollen.

Nordkirchen

, 21.05.2020, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Motorradsaison hat schon vor Wochen begonnen und trotz Corona-Krise sind auch wieder viele Biker am Wochenende in und um Nordkirchen unterwegs. Für viele Anwohner - nicht nur in Nordkirchen, sondern auch in Capelle und Südkirchen wird der Motorradtourismus teilweise zur Belastungsprobe.

2019 hat beispielsweise der Nordkirchener André Bock Initiative ergriffen und erklärt, dass vor allem die lauten Motorengeräusche mancher Maschinen an den Nerven zehre und zwischen März und Oktober zum „Dauerzustand“ geworden sei.

Nach mehreren Gesprächen mit der Gemeindeverwaltung, dem Biker-Treff - ein beliebtes Ziel für viele Fahrer in der Saison - und der Polizei, hatte am 5. Februar 2020 ein runder Tisch in Nordkirchen getagt. Neben Gemeinde, Anwohnern und Polizei waren dort außerdem noch Vertreter des Kreises Coesfeld und des Bundesverbands der Motorradfahrer (BVDM) im Nordkirchener Bürgerhaus, um über Lösungen für das Problem zu sprechen.

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Der Konsens war dabei: Statt Verbote auszusprechen, sollte mit den Fahrern gesprochen werden - an Infoständen oder durch Hinweisschilder. Und eigentlich hätten die ersten Aktionen auch bereits stattfinden sollen, zum Beispiel „Kaffee statt Knöllchen“: ein Kaffeestopp für Biker in Nordkirchen, bei denen sich Anwohner und Fahrer auf Augenhöhe unterhalten und über das Problem austauschen können.

Veränderungen durch die Corona-Krise

Geworden ist daraus allerdings noch nichts, wie auch Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte. Schuld daran sei die Corona-Krise, macht der Bürgermeister deutlich. Nicht nur im Nordkirchener Rathaus hätten sich für Mitarbeiter die Aufgaben durch die Krise verändert, dasselbe sei auch in anderen Behörden der Fall gewesen.

Bergmann verweist beispielsweise darauf, dass die Polizei ihren Bezirksdienst, der zum Teil auch Aufgaben der Verkehrsüberwachung übernimmt, kurzfristig neu eingeteilt hat.

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Allerdings wolle sich die Gemeinde des Themas bald wieder annehmen, so Bergmann. Beim Thema Verkehr würden dabei auch andere laufende Projekte eine Rolle spielen. Bereits 2019 kündigte die Gemeinde an, ein Gesamtverkehrskonzept für Nordkirchen zu erarbeiten, das unter anderem auch den Fahrradverkehr und den Parkraum beinhalten soll. Auch hier gehe die Arbeit weiter, sagt der Bürgermeister.

Beim Thema Motorradlärm könnten die Anwohner in der Schlossgemeinde Unterstützung aus Berlin bekommen. In einer Pressemitteilung des Vereins Silent Rider, einer Initiative gegen Motorradlärm, heißt es aktuell: „Der Bundesrat setzt sich dafür ein, den Lärm von Motorrädern zu verringern. In einer am 15. Mai gefassten Entschließung spricht er sich dafür aus, die zulässigen Geräuschemissionen aller neu zugelassenen Motorräder auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen. Die Bundesregierung solle sich bei der EU-Kommission entsprechend dafür einsetzen.“

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