Jubiläum macht es möglich: Einmal den Kirchturm besteigen und die Aussicht genießen

Kirchen-Jubiläum

Diese Gelegenheit gibt es ganz selten: Einmal Nordkirchen von oben betrachten - Aug in Aug mit besonderen Kirchenglocken. Das 300-jährige Bestehen von St. Mauritius macht es möglich.

Nordkirchen

, 28.08.2019, 09:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jubiläum macht es möglich: Einmal den Kirchturm besteigen und die Aussicht genießen

Pfarrer Gregor Wolters lädt alle Interessierten zum Kirchenjubiläum ein. Der Taufstein, ein Werk der Romantik, ist dabei ein besonderer Blickfang. © Thomas Aschwer

Das genaue Datum ist zwar nicht überliefert, doch das Jahr ist historisch gesichert: Vor 300 Jahren fand die erste Messe in der katholischen Kirche St. Mauritius statt. Zum Jubiläum gibt es am Sonntag, 22. September, ein buntes Fest mit verschiedensten Angeboten - nicht nur regelmäßige Kirchgänger. Alle Interessierten sind willkommen.

Historisch interessierte Menschen sind auf jeden Fall richtig bei einer Videoinstallation. Hier sind alte und neue Bilder der Kirche zu sehen. Dazu gibt es einen Drohnenflug rund um das Gotteshaus. Wer die Dinge selbst genau in Augenschein nehmen will, sollte den Kirchturm mit seiner Barockhaube besteigen. Versprochen, die Mühe lohnt sich.

Im Zweiten Krieg wurde Glocke eingeschmolzen

Die Kirche besitzt Glocken verschiedener Epochen. Dazu gehört auch eine der ältesten Bronzeglocken Westfalens und die alte Mauritiusglocke aus dem Jahr 1731. Tobias Schrörs weiß mehr darüber. Schrörs, von 205 bis 207 Referendar an der Gesamtschule, hat herausgefunden, dass 1942 die Totenglocke von 1857, die Mauritiusglocke von 1937 sowie die Christkönigsglocke abgenommen und nach Lünen transportiert werden mussten.

Jubiläum macht es möglich: Einmal den Kirchturm besteigen und die Aussicht genießen

Allein dieser Klöppel der größten Glocke in St. Mauritius wiegt 150 Kilogramm. Er hängt an Lederseilen. Zum Jubiläum können sich Interessierte die Glocken ansehen. © Foto: Matthias Münch

„Die Christkönigsglocke wurde für militärische Zwecke eingeschmolzen, während die beiden anderen Glocken den Krieg überdauert haben und am 25. August 1948 nach Nordkirchen zurückkehren konnten“, schreibt Schrörs in seinem Buch über die Kirche.

Pfarrei wird bereits 1022 erstmals urkundlich erwähnt

Mit viel weniger Mühe können sich alle Besucher ein historisch besonders spannendes Objekt ansehen. Aus dem 13. Jahrhundert - und damit wesentlich älter als die St.-Mauritius-Kirche - ist der Taufstein, ein Werk der Romantik. Er erinnert die Besucher an die wechselvolle Geschichte der Gemeinde. Bereits im Jahr 1022 wird die Pfarrei in Nordkirchen erstmals urkundlich erwähnt.

Jubiläum macht es möglich: Einmal den Kirchturm besteigen und die Aussicht genießen

Die St.-Mauritius-Kirche (hier mit Altenbegegnungsstätte) besteht seit 300 Jahren. Davor stand die Kirche in Nähe des Schlosses. © Heimatverein Nordkirchen

Sie dürfte nach Recherchen von Buchautor Schrörs zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahrzehnte bestanden haben. Wichtiger als das exakte Gründungsjahr dürfte die Tatsache sein, dass die Kirche und auch das komplette Dorf in unmittelbarer Nähe zum heutigen Schloss standen. Noch heute erinnert ein Kreuz im Schlosspark daran.

Kirchenmusiker bietet Orgelführungen an

Wer sich für Orgelmusik interessiert, hat an diesem Tag mit Kirchenmusiker Markus Reidegeld den richtigen Ansprechpartner. Er bietet Orgelführungen an. Auf dem Kirchplatz sorgen engagierte Vereine für eine kleine Erfrischung. Der Festtag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Gegen 14 Uhr wird er enden. Davor wird das Geheimnis gelüftet, was es mit Herrn Schenkenwald, dessen Grabplatte sich in der Kirche befand, auf sich hat. Es könnte also ein spannender Tag werden.

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