Kastanien im Schlosspark verwelken bereits im Sommer

Große Schäden

NORDKIRCHEN Kilometerlange Alleen sind prägend für den Schlosspark Nordkirchen. Zum Teil stammen sie noch unmittelbar aus dem 18. Jahrhundert Neben dem Zahn der Zeit, der durch natürliche Alterung immer wieder neue Pflegemaßnahmen erfordert, ist in den vergangenen Jahren ein neuer Feind aufgetreten.

14.07.2009, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erschreckend sehen sie aus, die mächtigen Kastanienbäume, die bereits im Sommer ihr verbräuntes Laub verlieren. Larven der Miniermotte Schuld daran sind kleine Larven, die sich durch die Blätter fressen. Alljährlich werden Kastanienbäume, insbesondere die Rosskastanie, von der Miniermotte heimgesucht. Im Kalenderjahr 2002 tauchten bereits Berichte aus vielen Bundesländern, unter anderem auch aus dem Schlosspark Sanssouci in Potsdam auf, die berichteten, dass es bereits im August kaum noch ein grünes Kastanienblatt gab.

Die Miniermotte ist ein Kleinschmetterling, der sich Anfang der 90er Jahre von Asien aus über den Südosten Europas bis mittlerweile nach England und Dänemark verbreitet hat. Die Motte legt die Eier auf die Blätter und nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen winzige Larven und beginnen im Blattgewebe ihr zerstörerisches Werk.Große Fresssucht Nach einer kurzen Verpuppungsphase schlüpfen ca. 5 mm große Falter und der nächste Zyklus beginnt. Dieser Vorgang kann sich bis zu drei- bis viermal im Jahr wiederholen. Die Fresssucht der Larven führt zum Austrocknen der Blätter, die verbräunen und abgeworfen werden. Als Folge bieten die kahlen Kastanien, insbesondere in Baumalleen wie in Nordkirchen und auch in vielen Biergärten der Region, ein Bild, das erschreckend ausfällt.

Die Miniermotte hat als Einwanderer keine natürlichen Feinde, kann sich ungehindert ausbreiten und sorgt für diese starke Schädigung der Bäume. Die Versuche, die Motte durch chemische oder biologische Mittel zu bekämpfen, waren bisher nicht erfolgreich.Schlupfwespe zur Bekämpfung? Die Motten sind wohl auch resistent gegenüber der Winterkälte, sodass sie im Laub überwintern und im Frühjahr die Kastanien sofort wieder erneut befallen. Die einzige wirksame Methode scheint, das Laub unter den Kastanien im Herbst komplett zu entfernen und zu entsorgen (nicht kompostieren).

Neue Hoffnung geben die Versuche von Schweizer Zoologen, die mit Hilfe der Schlupfwespen erste bemerkenswerte Erfolge erzielen.

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