Natur in Corona-Zeiten: Kinderheilstätte kooperiert mit Biologischem Zentrum

Natur erleben

Aktivitäten sind so eine Sache, seit das Coronavirus ausgebrochen sind. Die Kinderheilstätte in Nordkirchen setzt deshalb auf eine Kooperation mit dem Biologischen Zentrum - mit guten Ergebnissen.

Nordkirchen

16.10.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leon hat Freude daran gefunden, Kartoffeln auf dem Acker auszugraben.

Leon hat Freude daran gefunden, Kartoffeln auf dem Acker auszugraben. © Kinderheilstätte Nordkirchen

Leon hat etwas vor: „Kartoffeln ausbuddeln“ soll es heute sein. Schon schiebt der Vierjährige sich die Ärmel hoch und stapft los. Es ist der Beginn einer Stunde Frühförderung gemeinsam mit Ergotherapeutin Claudia Arnold – die etwas anders als gewöhnlich abläuft, seit das Coronavirus regiert.

Nichts ist mehr wie zuvor, seit das Coronavirus im März auch in der Frühförderstelle der Kinderheilstätte den Betrieb lahmlegte und die Regeln, nach denen Therapie und Förderung dort heute stattfinden können, grundlegend veränderte.

„Allein die Maskenpflicht für Pädagoginnen, Therapeutinnen und Eltern ist eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten“, berichtet Ergotherapeutin und Feldenkrais-Lehrerin Claudia Arnold. Nicht zuletzt ist die Mimik wichtiger Teil der Kommunikation zwischen Kindern und Therapeuten. Viele Kinder, die beispielsweise in der Ergotherapie betreut werden, zeigten Auffälligkeiten im Bereich der Wahrnehmung und Sprache; Kommunikation und Interaktion seien für sie ohnehin schwierig, so Arnold. „Wie soll das gelingen, wenn das Gegenüber eine Maske trägt und auf Abstand bleiben muss?“

Eine Alternative musste her: draußen arbeiten

Und so entstand in den letzten Monaten eine lebendige Kooperation mit dem Biologischen Zentrum in Lüdinghausen. „Coronabedingt mussten wir zunächst alle Veranstaltungen und Kindergruppen absagen“, erinnert sich Dr. Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums, „Es war so schön, wieder Kinderstimmen und Lachen auf unserem Gelände zu haben.“

„In der Ergotherapie arbeite ich mit Kindern vor allem daran, ihre Körperwahrnehmung zu verbessern, zum Beispiel den Gleichgewichtssinn oder den Tast- oder Hautsinn. Die Kinder lernen so, sich mehr in sich selbst zuhause zu fühlen. Das ist eine wichtige Grundlage für alles weitere Lernen“, erklärt Claudia Arnold. Im Biologischen Zentrum gibt es alles, was es für diese Arbeit braucht: Wald, Wiese, Erde und Sand, Klettermöglichkeiten, ganz viel Platz zum Rennen und Verstecken, Wasser zum Matschen. Platz um laut oder leise sein - und ganz viel frische Luft. Ein großes Geschenk in Corona-Tagen.

Zum Spätsommer gab es sogar Kartoffeln, die die Kinder ausgraben und gegen eine Spende mit nach Hause nehmen können.

Für Leon und seine Familie wird die Therapiezeit im Biologischen Zentrum auch deshalb in guter Erinnerung bleiben, weil drei neue Familienmitglieder aus dem Biologischen Zentrum auf den heimatlichen Hof in Senden umgezogen sind: Ein kleiner Hahn und zwei Junghennen, die erst vor wenigen Wochen im Brutkasten des Biozentrums geschlüpft waren.

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