Kröten auf Wanderschaft: Aufbau der Schutzzäune zahlt sich aus in Cappenberg

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Vor gut einem Monat stellten Mitarbeiter der Waldschule Cappenberg Kröten-Fangzäune auf - zum Schutz der Tiere. Das zahlte sich bisher aus. Hunderte Tiere haben ihr Ziel bereits erreicht.

Cappenberg

, 14.03.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kröten sind auf Wanderschaft: Mit den milden Nachttemperaturen und der vielen Feuchtigkeit gibt es aktuell ideale Bedingung für die Massenbewegung der Kröten. Die Tiere ziehen sich im Winter zurück und fallen in eine Art Winterstarre.

Im Frühjahr wachen sie auf und kehren zum Laichen an den Ort zurück, an dem sie einst selbst geboren wurden. Unser Fotograf Günther Goldstein hat ein „Huckepack-Kröten-Pärchen“ bei seiner Wanderung zum Geburtsort in Cappenberg abgelichtet. Die großen Weibchen mit ihren Prinzen auf dem Rücken sind noch recht träge und brauchen noch viel Zeit, um eine Straße zu überqueren. Also ist Rücksicht geboten, wenn man mit dem Auto an Laich-Gebieten unterwegs ist.

Schon 812 Kröten gerettet

Rund um das Schloss Cappenberg haben Mitarbeiter der Waldschule Cappenberg mit vielen Helfern vor gut einem Monat Amphibien-Schutzzäune aufgestellt, die verhindern sollen, dass die Tiere die Straßen überqueren. Mittlerweile haben die Mitarbeiter der Waldschule schon 812 Kröten aufgesammelt und über die Straße zu den nahe liegenden Teichen gebracht.

Dieses Jahr ging die Massenbewegung der Kröten tatsächlich viel früher los als sonst. Die Chefin der Waldschule Cappenberg, Martina Schmidt von Boselager, hatte genau das vorausgesagt und lag mit ihrer Prophezeiung richtig: „Nur zwei Tage nachdem wir die Amphibien-Schutzzäune aufgestellt hatten, haben wir schon über 100 Tiere auf die andere Straßenseite gebracht.“

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In den vergangenen Jahren seien es deutlich weniger Kröten gewesen, die gerettet werden konnten. Waren es einst über 6000 Kröten pro Saison, waren es in den vergangenen beiden Jahren jeweils nur noch knapp 1000. „Das lag an den trockenen, heißen Sommern zuletzt“, so Schmidt von Boeselager. Dieses Jahr könnten es wieder mehr werden. „Die Zäune bleiben ab jetzt noch gut vier Wochen stehen. Ich hoffe, dass wir die Zahl der geretteten Amphibien aus den letzten beiden Jahren knacken können“, sagt die Waldschul-Chefin.

Die Macht der Gene

Doch warum sitzen die Männchen bei der Krötenwanderung auf dem Rücken der Weibchen? Schmidt von Boeselager hat die Antwort: „Das ist die Macht der Gene. Die Weibchen legen in den Teichen ihre Eier ab. Die Männchen, die die Weibchen besetzen, sichern sich so eine große Nachkommenschaft. Sobald sie in den Teichen angekommen sind, können sie die Eier sofort mit ihrem Sperma befruchten.“ Doch der Konkurrenzkampf ist groß, so Schmidt von Boeselager: „Es kommt auch hin und wieder mal vor, dass sogar zwei Männchen auf dem Rücken eines Weibchens sitzen.“

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