Lohnt der Bau kleinerer Windräder?

NORDKIRCHEN Im Capeller Windvorranggebiet Beifang/Osterbauerschaft hat der Rat kürzlich die Zulassung von 150 Meter hohen Windkraft-Anlagen abgelehnt. Solche Beschränkungen kennt der Präsident des Bundesverbandes erneuerbarer Energien, Johannes Lackmann, auch aus einigen anderen Kommunen. Ist der Bau kleinerer Windräder überhaupt wirtschaftlich tragbar?

von Von Matthias Münch

, 09.01.2008, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lohnt der Bau kleinerer Windräder?

Laut gültigem Bebauungsplan sind derzeit in Capelle nur Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 100 Metern erlaubt.

Öl-, Gas- und Strompreise klettern. Die Rohstoffe werden knapp. Deshalb sind erneuerbare Energien in aller Munde. Hierbei ist die Erzeugung von Windenergie in Deutschland der wichtigste Teilbereich.  Auf der anderen Seite ist die Windkraft aber auch in der Kritik. Anwohner fühlen sich von den Anlagen eingeschränkt. Eine „Verspargelung“ der Landschaft wird moniert.

Zwar sind die weitaus meisten Windvorrangzonen in NRW mittlerweile mit Windrädern bebaut. Aber einige Kommunen wehren sich noch gegen die Errichtung der Anlagen. Wie in Nordkirchen tun sie es in der Regel über die Bebauungspläne mit der Höhenbegrenzung der Windräder. Im Capeller Windvorranggebiet Beifang/Osterbauerschaft hat der Rat kürzlich die Zulassung von 150 Meter hohen Anlagen abgelehnt.

Investoren zahlen lange ab

Solche Beschränkungen kennt der Präsident des Bundesverbandes erneuerbarer Energien, Johannes Lackmann, auch aus einigen anderen Kommunen. Kleine Anlagen wie die in Capelle zulässigen Windräder mit einer Gesamthöhe von 100 Metern hält er aber für unwirtschaftlich. Lackmann: „Sie bringen auch der Kommune nichts, weil die Investoren so lange daran abbezahlen, dass kaum Gewerbesteuer anfällt.“

Bleibt abzuwarten, ob sich in Capelle trotzdem noch etwas tut. Schon in der Informationsveranstaltung am 20. November, also vor der entscheidenden Ratssitzung, hatten die Landwirte, die die größeren Windkraftanlagen errichten wollten, einen langen Atem angekündigt. Die Interessenten, die investieren wollen, stünden Schlange, hieß es. Wenn die großen Anlagen nicht gebaut werden dürften, dann eben mehrere kleinere. Die Landwirte würden ihre Flächen dann für diesen Zweck verpachten.

In der Nachbarstadt Olfen hat die Firma Enercon, der größte deutsche Produzent von Windkraftanlagen, kürzlich selbst eine kleinere Anlage errichtet. Vor allem in Zeiten, in denen ihre Kapazitäten nicht voll ausgelastet sind, produzieren die Hersteller Windräder, die sie dann selbst betreiben. In Nordkirchen hat Enercon allerdings noch keine solchen Pläne, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage erklärte.

14 ausgewiesene Windvorrangzonen im Kreis

Im Kreis Coesfeld gibt es bei der Windkraft noch ein paar weiße Flecken. Nach Auskunft von Kreispressesprecher Christoph Hüsing existieren im Kreis insgesamt 14 ausgewiesene Windvorrangzonen. Davon sind fünf noch ungenutzt: je eine in Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Ascheberg und Senden. In Ascheberg existiert aber noch ein zweites Gebiet, in dem bereits Strom erzeugt wird. In Lüdinghausen liegt die Genehmigung für vier 100 Meter-Anlagen vor, sie wurde aber noch nicht genutzt.

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