Lücke-Reisen aus Capelle hat bereits Großteil der 62 Busse abgemeldet

hzCoronakrise

Kein Schülerverkehr, keine Reisen: Die Coronakrise trifft die Busunternehmen hart - auch Lücke-Reise aus Capelle. Firmenchef Uwe Lücke hat seinen Optimismus aber noch nicht verloren.

Nordkirchen

, 02.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Endlich Ferien“ werden am Freitagmittag (3. April) viele Kinder und auch Eltern sagen. Kein Lernen mehr via Skype oder anderer Internetlösungen. Nicht weniger groß ist die Freude bei den Geschwistern Uwe (52) und Anne Lücke (45), die in zweiter Generation das gleichnamige Capeller Busunternehmen führen.

„Viele Mitarbeiter haben in den Ferien Urlaub, andere bauen Überstunden ab“, sagt Uwe Lücke. Denn zu fahren gibt es derzeit deutlich weniger als üblich. Die Folgen der Coronakrise werden auf dem Betriebshof deutlich. Ein Großteil der insgesamt 62 Busse haben Anne und Uwe Lücke bereits abgemeldet.

Coronakrise für die 71 Mitarbeiter ohne weitreichende Folgen

Bislang ohne Folgen für die 71 Mitarbeiter. Aktuell hat ihr Unternehmen noch keine Kurzarbeit angemeldet. Wenn sich die Situation aber in den nächsten zwei Wochen nicht ändern sollte und am 20. April die Schulen nicht wieder starten, könnte es auch für Lücke-Reisen ein Thema werden.

Aktuell verbreitet Uwe Lücke erst einmal Optimismus. „Uns geht es nicht schlecht.“ Eine zweimonatige Ausnahmesituation wie aktuell sei für das 1966 von Vater Otto Lücke gegründete Unternehmen „kein Problem“. Wenn die Coronakrise aber drei bis vier Monate dauert, sehe es anders aus.

In den Ferien werden alle Busse gereinigt und desinfiziert

Zunächst einmal setzt die Firma ein Stück weit auch auf das „Prinzip Hoffnung“: „Unsere beiden festen Reinigungskräfte sowie drei Aushilfen reinigen und desinfizieren in den Ferien alle Busse.“ Verbunden mit der Hoffnung, dass sie anschließend wieder benötigt werden.

Viele Fahrerplätze bleiben bei Reisen-Lücke aktuell unbesetzt.

Viele Fahrerplätze bleiben bei Reisen-Lücke aktuell unbesetzt. © Foto (A): Arndt Brede

Bereits jetzt allerdings steht fest, dass viele gebuchte Reise nicht mehr stattfinden werden. Verschiedenste Klassenfahrten in die Region und auch nach Dänemark oder Frankreich sind bis in den Sommer hinein abgesagt. Auch Tagestouren haben die Schulen gestrichen.

„Der Reiseverkehr ist auf 0 heruntergegangen“, sagt Uwe Lücke. Keine Städtetouren, keine fest geplanten Fahrten zum Skiurlaub in Österreich. Die logische Folge, alle fünf Reisebusse sind längst abgemeldet.

Capeller Unternehmen lebt nicht vom Reisegeschäft

Eine verhältnismäßig geringe Zahl und ein wichtiger Aspekt, warum das Unternehmen noch keine Kurzarbeit angemeldet hat. „Wir müssen nicht von unserem Reisegeschäft leben.“

Uwe Lücke aus Capelle sagt deshalb mitten in der Coronakrise: „Für andere Branchen ist die Situation aktuell viel härter.“ Sein Blick ist ohnehin viel weiter in die Zukunft gerichtet. „Wenn es wieder losgeht, gehört unsere Branche zu den ersten, die wieder richtig Fahrt aufnimmt.“

Dann werden ganz sicher auch wieder die mittlerweile drei Oldtimer-Busse gemütlich durch die Lande rollen und den Menschen vergnügliche Stunden bereiten.

Lesen Sie jetzt