Maximilian-Kolbe-Schüler sagen in ihrer Mottowoche „Bella Ciao“

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Die letzten Tage auf der Schulbank sind gezählt. Die Schüler der Maximilian-Kolbe-Schule verabschieden sich – ein Spagat zwischen guter Stimmung und Zukunftsängsten.

von Annika Heuser

Nordkirchen

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Sosin Atalan ist 19 Jahre alt. Sie gehört zu den 27 Schulabgängern, die in dieser Woche ihre Mottowoche feiern. Denn: Für die Schüler der Klassen 13a, c und d endet die Zeit an der Maximilian-Kolbe-Schule, der Förderschule mit den Schwerpunkten geistige, körperliche und motorische Entwicklung in Nordkirchen.

Für Sosin beginnt damit „ein neuer Lebensabschnitt. Ich freue mich darauf“, sagt die Schülerin aus Senden strahlend. Nach der Schule möchte sie ein Berufsvorbereitungsjahr abschließen, um ihren Hauptschulabschluss zu absolvieren.

Danach strebt sie eine Ausbildung als Altenpflegehelferin an. Gefallen an diesem Beruf hat sie bei einem Praktikum im St. Ludgerus-Haus in Lüdinghausen gefunden.

„Sosin ist eine der Schülerinnen, die die Chance hat, eine qualifizierte Ausbildung zu machen, die finanziell bessere Möglichkeiten bietet“, sagt Klassenlehrer Toni Brockmeier.

Träume, die nicht in Erfüllung gehen

Anders als Sosin haben nicht alle Schüler der Förderschule die Möglichkeit, ihre Berufswünsche zu verwirklichen. Viele wollen nicht in den Caritas-Werkstätten arbeiten, werden aber bei Praktika in anderen Arbeitsbereichen enttäuscht.

„Träume gehen häufig nicht in Erfüllung“, erzählt Brockmeier. Das gelte besonders für Schüler, die eine Schwerst- und Mehrfachbehinderung haben.

„Bella Ciao – Endlich raus aus der Schulbank“

An diesem Dienstag, 25. Juni, haben die Schüler ein letztes Mal gemeinsam mit den Jahrgangsstufen 11 und 12 gefrühstückt. Die Woche steht unter dem Motto „Bella Ciao – Endlich raus aus der Schulbank“.

Maximilian-Kolbe-Schüler sagen in ihrer Mottowoche „Bella Ciao“

"Bella Ciao": Mit diesem Spruch verabschiedet sich der Abschlussjahrgang der Maximilian-Kolbe-Schule in die Zeit nach der Schule. © Marie Rademacher

Passend dazu präsentiert sich der Abschlussjahrgang vor seinen Mitschülern in Masken und Pullovern oder T-Shirts mit dem Motto, das sich an die Netflix-Serie „Haus des Geldes“ anlehnt.

Nebenher lief ein Film mit ihren schönsten Erlebnissen der letzten Schuljahre. „Klassenfahrten, Projekte, Karneval“, zählt Lehrer Toni Brockmeier auf. „Vieles war berufspraktisch ausgerichtet, wie zum Beispiel die Gartenarbeit oder die Arbeit mit Tieren“, sagt er weiter.

Von gemischten Gefühlen

Nicht fehlen, darf in dieser Woche das Lied „Bella Ciao“. Passend zum Motto. Dazu geht es in einer Polonaise durch den Frühstücksraum.

Allseits gute Stimmung – „Tränen gab es aber auch schon“, berichtet Brockmeier. „Die Schule hat den Schülern Sicherheit gegeben.“ Das Ende der Schulzeit sorge bei vielen Schülern für Zukunftsängste. Fragen wie: „Kann ich das überhaupt? Schaffe ich das?“, seien bei vielen jungen Erwachsenen präsent.

Bunte Woche mit viel Programm

Gestartet ist die Abschiedswoche der Entlassschüler am Montag mit dem „Asi-Tag“. Auch Lehrer Brockmeier kam in Jogginghose zur Schule. Nach dem gemeinsamen Frühstück am Dienstag war das Motto am Mittwoch „Helden der Kindheit“.

Beim Umzug durch die Gemeinde mit Bollerwagen und Musik stand auch ein Zwischenhalt beim Bürgermeister und beim Pastor auf dem Programm. Schließlich müsse man sich von der Gemeinde Nordkirchen verabschieden. Für einen Großteil der Schüler sei Nordkirchen zum Zuhause geworden. Viele wohnen in den Wohngruppen der Kinderheilstätte.

Donnerstag lautete das Motto „Tag der Nationen“. Denn: „Wir haben Schüler, die aus Russland, der Türkei oder auch aus Polen kommen“, erklärt Brockmeier.

Der Freitag machte den feierlichen Abschluss in schicker Garderobe. „Als Vorlauf für den Entlasstag“, sagt er mit einem Grinsen. Dieser findet am Dienstag, 2. Juli, statt.

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