Menschenrechtsorganisation ACAT trauert um Gründerin Magdalena Marx

Nachruf

Magdalena Marx hat Jahrzehnte friedlich für die Abschaffung der Folter und Todesstrafe gekämpft. Am vergangenen Sonntag ist die Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation ACAT gestorben.

Nordkirchen

, 03.07.2020, 09:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Menschenrechtsorganisation ACAT Deutschland trauert um Magdalena Marx. Unser Foto zeigt sie bei einer Veranstaltung der Kinderheilstätte mit Dr. Herbert Marx (r.) und Thomas Pliquet.

Die Menschenrechtsorganisation ACAT Deutschland trauert um Magdalena Marx. Unser Foto zeigt sie bei einer Veranstaltung der Kinderheilstätte mit Dr. Herbert Marx (r.) und Thomas Pliquet. © Kinderheilstätte

Als 1974 die evangelischen Christinnen Edith du Tertre und Helene Engel in Frankreich die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (Torture) - kurz ACAT - gründeten, war das ein Signal an die Kirchen. Sie sollten sich stärker für den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Ein Ansatz, der auch Magdalena Marx begeisterte.

Sie trieb das Projekt in Deutschland voran. Am 8. Dezember 1984 gründeten in Nordkirchen 19 evangelische und katholische Christen die deutsche ACAT-Gruppe. Sie beteten für Folteropfer - und auch für die Täter. Vor allem bei Katholiken- und Kirchentagen warben die deutschen ACAT-Mitglieder für ihr Anliegen.

Wohnzimmer der Familie Marx diente gleichzeitig als ACAT-Büro

„Familie Marx ließ das Leid der Gefangenen unmittelbar in ihren Lebensalltag hinein, indem sie über Jahre ihr Wohnzimmer als Büro für die ACAT zur Verfügung stellte“, heißt es in einem Nachruf von ACAT-Deutschland.

Die Menschenrechtsorganisation erinnert daran, dass „die Erfahrung der Brutalität des Zweiten Weltkriegs in Magdalena Marx, geboren 1933, früh ein Bewusstsein für die Menschenwürde – aber auch für ihre Verletzlichkeit – entstehen lassen hat.“ Noch im hohen Alter habe Magdalena Marx Anteil an der ACAT-Arbeit genommen. Magdalena Marx galt als „Urmutter“ der ACAT-Arbeit im Kreis Coesfeld und in ganz Deutschland.

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