Naturschutz contra Bauprojekte - was bringt der neue Landschaftsplan für Nordkirchen?

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Seit 2002 gibt es einen Landschaftsplan Nordkirchen-Herbern. Jetzt steht eine Überarbeitung an. Welche Folgen hat das für neue Gewerbe- oder Siedlungsgebiete?

Nordkirchen, Herbern

, 09.01.2020, 12:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kampf um Freiflächen nimmt auch in Nordkirchen an Schärfe zu. Landwirte betonen die Bedeutung der Ackerflächen für ihren Berufsstand. Aber auch Gewerbetreibende und bauwillige Bürger melden deutlich Ansprüche an. Was bedeutet der neue Landschaftsplan für sie?

Christoph Steinhoff, Fachdienstleiter beim Kreis Coesfeld, gibt auf Anfrage ein Stück weit Entwarnung. „Es geht eher um eine redaktionelle Überarbeitung und nicht um eine Neu-Planung des Bereiches.“ Große Überraschungen seien bei der Änderung des Landschaftsplans nicht zu erwarten.

Kreis Coesfeld überarbeitet nach und nach ältere Pläne

Warum steht das Thema dann wieder auf der Agenda? „Landschaftspläne sind eine gesetzliche Aufgabe“, sagt Christoph Steinhoff. Der Kreis Coesfeld habe im Jahr 2016 mit elf Plänen die flächendeckende Landschaftsplanung erreicht.

Nun würden die bereits länger existierenden Landschaftspläne nach und nach überarbeitet - so auch der aus dem Jahr 2002 stammende Plan Nordkirchen-Herbern. Dass der Plan sich nicht an den Ortsgrenzen orientiert, hat nach Aussage von Christoph Steinhoff folgenden Grund: „Alte Pläne aus den 70er-Jahren orientieren sich an den Schutzgebieten, nicht an Ortsgrenzen.“

Naturschutzgebiet Ichterloh liegt in zwei Gemeinden

Beispielhaft deutlich wird das beim Naturschutzgebiet Ichterloh, das auf den Gebieten der Gemeinden Ascheberg und Nordkirchen liegt. Die rund 218 Hektar große Fläche wurde 1991 unter Naturschutz gestellt.

Zahlen zum Gebiet des Landschaftsplans Nordkirchen-Herbern:
  • Fläche insgesamt: 10.848 Hektar
  • NSG-Anteil (Naturschutzgebiete): 6,6 Prozent
  • Naturschutzgebiete (insgesamt 715,8 Hektar): Am Teufelsbach, Bakenbusch, Bakenfeld, Ermener Holz, Funneauche, Hirschpark Nordkirchen, Ichterloh, Tiergarten
  • LSG-Anteil (Landschaftsschutzgebiete): 51,27 Prozent
  • Landschaftsschutzgebiete (insgesamt 5561,46 Hektar): Am Schlodbach, Auf’m Hövel, Berger, Capeller Bach, Dammbach, Dorfbach, Ermen, Flothfeld, Forst Lembeck, Forsthövel, Hagelbach, Hagenkamp/Kötterskamp, Haus Hardenberg, Haus Itlingen, Horn, Langenbrock, Letzter Wolf, Mayknapp, Osterfeld, Pottkamp, Schloß Westerwinkel, Teufelsbach, Vorderste Holt, Voßbrock, Wald Wittenbusk und Disselbrock, Wildbecke

Die Orientierung an den Schutzgebieten führt auf der anderen Seite dazu, dass die Bereiche rund um das Schloss nicht Bestandteil des Planes sind. Gleichwohl hat der Kreis Coesfeld Flächen um Schloss Nordkirchen und in Ermen als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Christoph Steinhoff sagt in diesem Zusammenhang, dass die Landschaftspläne ausschließlich Aussagen zu den Außenbereichen machen - Ortslagen sind außen vor. Besonders schützenswerte Flächen in Nordkirchen sind beispielsweise die Eichen- und Hainbuchen-Wälder am Hirschpark.

Umfassende Beteiligung vor der Verabschiedung des Planes

Bei der jetzt anstehenden Überarbeitung des Landschaftsplanes werden nach Aussage von Christoph Steinhoff die „Schutzgebiete nicht groß angepackt“. Vor einer Verabschiedung werden neben den Gemeinden auch Interessengruppen wie die Land- und Forstwirtschaft beteiligt. „Zudem gibt es Infoveranstaltungen für Bürger“, sagt Steinhoff.

Schutzgebiete in der Region sind dabei keine neue Entwicklung in den vergangenen 10 oder 20 Jahren. „Es gibt sie bereits seit den 60er-Jahren“, sagt Steinhoff. Doch gerade angesichts der Klimadiskussion rücken sie aktuell verstärkt ins Blickfeld der Bevölkerung.

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