Nordkirchen bekommt Fortbildungscampus für Finanzbeamte - Was das für die Gemeinde bedeutet

hzGeplanter Hotelkomplex

Nordkirchen wird eine große Fortbildungsstelle für Finanzbeamte bekommen. Die soll auf dem Gelände des geplanten Hotels entstehen. Für den Bau gibt es bereits einen möglichen Starttermin.

Nordkirchen

, 29.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei der geplanten Aus- und Fortbildungsaußenstelle der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen und der Fachhochschule für Finanzen (FHF), die in Nordkirchen entstehen soll, wird die Planung konkreter. Am Mittwoch endete der Ausschreibungszeitraum, um die Ausbildungsaußenstelle umzusetzen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

? Was genau soll in Nordkirchen entstehen? Auf dem Gemeindegebiet soll eine Außenstelle der Aus- und Fortbildungsakademie für die Finanzbeamten des Landes entstehen. Aus den Ausschreibungsunterlagen, die der Redaktion vorliegen, geht hervor, dass unter anderem 250 Unterkunftszimmer, zehn Lehrsäle für mindestens 25 bis 30 Personen (circa 70 Quadratmeter) und 20 Seminarräume (circa 40 Quadratmeter) benötigt werden. Darüber hinaus gehören zur Mindestausstattung auch Aufenthalts-, Bistro- und Verpflegungs-, Lager- und Verwaltungsräume.

? Könnte das Ausbildungszentrum auch außerhalb Nordkirchens entstehen? Nein. Eine Voraussetzung für die Ausschreibung ist, dass es auf Gemeindegebiet in der Nähe der Fachhochschule für Finanzen entstehen soll.

Wo genau könnte die Fortbildungsakademie entstehen? Zum Beispiel auf demselben Gelände, auf dem das neue Hotel mit über 120 Betten entstehen soll. Einen Neubau sieht die Ausschreibung zwar nicht explizit vor, der Umfang von Räumen und Infrastruktur, die für die Akademie nötig sind (250 Parkplätze), macht einen Neubau aber nicht unwahrscheinlich.

Wie das Finanzministerium auf Anfrage mitteilt, ist auf die Ausschreibung eine Bewerbung eingegangen, die jetzt geprüft werde.

? Was hätte denn Nordkirchen von der Fortbildungsakademie? Nordkirchen solle sich mehr als Hochschulstandort verstehen, lautete der Appell von FHF-Verwaltungsleiter Klaus-Wilhelm Gratzfeld kürzlich beim Tag der offenen Tür in der neuen FHF-Mensa. Die Fortbildungsakademie ist ganz klar als Stärkung Nordkirchens als solcher Standort zu verstehen.

Schon jetzt bringen die über 1000 FHF-Studenten Umsatz in die Gemeinde. Vor allem den Nordkirchener Händlern und Gastronomen würde die neue Fortbildungsakademie also einen weiteren Schub geben, ist sich Bürgermeister Dietmar Bergmann sicher. Und auch mit einem Schub bei den Arbeitsplätzen könne die Gemeinde durch Hotel und Fortbildungsakademie rechnen, so Bergmann weiter.

? Stichwort Hotel: Wann geht es bei dem Projekt endlich weiter? Das Projekt liegt nicht auf Eis. Das zeigt auch ein Blick auf die nächste Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planung am Dienstag (2. Juli). Dort werden die Politiker über einen Bebauungsplan für das Hotel und die Fortbildungsakademie abstimmen. Vorgesehen ist dafür nach wie vor die rund 50.000 Quadratmeter große Fläche östlich der Johann-Conrad-Schlaun-Schule.

? Und wann ist mit einem Baustart zu rechnen? Der Baustart musste schon mehrmals nach hinten verschoben werden. Im Sommer 2017 sah Thorsten Schütte, Projektentwickler der Firma Premero, einen Baubeginn im Frühsommer 2018 als durchaus realistisch an. Der ist bekanntlich nicht erfolgt und wurde Ende Mai 2018 – ohne einen konkreten Termin zu nennen – verschoben. Laut Dietmar Bergmann sei die Planungsgrundlage, um mit dem Bau zu starten, im Frühjahr 2020 voraussichtlich abgeschlossen.

Theoretisch könnte also dann der Bauantrag gestellt werden und der Bau beginnen, so Bergmann.
Zu dem Projekt gehört neben Hotel und Fortbildungsakademie auch ein Schwimmbad mit Wellnessbereich. Gerade auf das Schwimmbad warten viele Nordkirchener bereits sehnsüchtig, seit im Sommer 2015 das Hallenbad für immer schließen musste.

Die Bauzeit für das jetzt geplante Projekt liege bei einem Komplex dieser Größe bei rund zwei Jahren, macht der Bürgermeister deutlich.

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