Nordkirchen organisiert Nachbarschaftshilfe in der Coronakrise über die Ehrenamtsbörse

Coronavirus

Die Gemeinde Nordkirchen will die Ehrenamtsbörse nutzen, um Helfer und Hilfesuchende in der Gemeinde während der Coronakrise zusammenzubringen. Die Koordination läuft über das Rathaus.

Nordkirchen

, 17.03.2020, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Ehrenamtsbörse gibt es schon seit 2018 - ursprünglich als Pinnwand im Rathaus. Jetzt will die Gemeinde sie nutzen, um in der Coronakrise Hilfesuchende und Helfer zu vernetzen.

Die Ehrenamtsbörse gibt es schon seit 2018 - ursprünglich als Pinnwand im Rathaus. Jetzt will die Gemeinde sie nutzen, um in der Coronakrise Hilfesuchende und Helfer zu vernetzen. © Karim Laouari

Mit der Ehrenamtsbörse will die Gemeinde Nordkirchen Hilfesuchende und Helfende während der Coronakrise und den vielen damit verbundenen Einschränkungen zusammenbringen. Das kündigt die Gemeinde jetzt in einer Pressemitteilung an.

„Das Coronavirus stellt unser Zusammenleben auf den Kopf“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. Es gebe aber keine Alternative dazu, den Empfehlungen von Bund und Land und natürlich denen aus der Wissenschaft zu folgen. Bergmann: „Das bedeutet – neben vielen anderen Dingen – dass wir uns im Moment von anderen Menschen räumlich distanzieren sollten. Also Abstand halten, keine Veranstaltungen besuchen, usw. Das gilt insbesondere für ältere Menschen, die von dem Virus besonders bedroht werden. Für Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen ist es also im Moment besonders wichtig, einfach konsequent zu Hause zu bleiben.“

Zusammenhalt in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle

„Eine schwierige Situation“, findet Bergmann – während normalerweise niemand einsam sein will, seien Distanz und Isolation im Moment genau richtig. „Und es gibt eine Welle der Hilfsbereitschaft. Das zeigt, dass der Zusammenhalt in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle gut funktioniert. Auch wenn es schwer fällt, im Moment das Positive zu sehen: Ich freue mich sehr darüber, dass es Menschen gibt, die zum Beispiel bereit sind, für andere zum Einkaufen zu gehen oder Dinge zu erledigen, für die kein persönlicher Kontakt nötig ist. Und zum Austausch einer Einkaufsliste reicht ein Telefonat und die vollen Taschen kann man nachher vor die Tür stellen.“

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Die Gemeinde will deshalb Hilfesuchende und Helfende zusammenbringen. Im Rahmen der Ehrenamtsbörse der Gemeinde Nordkirchen können sich Bürgerinnen und Bürger im Rathaus melden, die andere unterstützen möchten oder selbst Hilfe benötigen. „Wir werden dann versuchen, diese Menschen per Telefon oder E-Mail zu vernetzen“, so Bergmann.

Kontakt zum Familienbüro

Das Familienbüro der Gemeinde Nordkirchen ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr unter Tel. (02596) 917123 oder per Mail an klara.doebbelin-suedfeld@gemeinde.nordkirchen.de erreichbar.

Die Ehrenamtsbörse hatte das Quartiersmanagement „Miteinander in Nordkirchen“ (Mino) 2018 ins Leben gerufen. Dabei ging es darum, nachbarschaftliche Hilfe zu fördern, zum Beispiel bei der Gartenarbeit zu helfen, im Haushalt oder bei ganz anderen Dingen. Während der Veranstaltung „Nordkirchen singt“ und danach im Rathaus konnten sich alle, die Hilfe suchen oder anbieten wollten, an einer Infotafel eintragen.

Jetzt soll die Börse über die Gemeinde koordiniert werden und per Anruf oder Mail funktionieren.

Ein Dokument zum Ausdrucken mit dem Angebot, Nachbarn Hilfe zu leisten, gibt es von den Ruhr Nachrichten zum Download.
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