Nordkirchens Klimaschutzbeauftragte sieht Potenzial für Verkehrswende

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Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein: Nordkirchens Klimaschutzbeauftragte Janine Eßmann will Menschen für den Umstieg aufs Fahrrad begeistern - in der Coronakrise fast ein Selbstläufer.

Nordkirchen

, 04.07.2020, 10:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in der Fahrradhauptstadt Münster aufwächst, hier studiert und immer noch wohnt, ist schon fast ein Experte beim Thema Fahrradfahren. Leezen - wie die Münsteraner Fahrräder liebevoll nennen - sind in der Domstadt mindestens so angesagt wie im Nachbarland Niederlande. Mit den vielfältigen Alltagserfahrungen hat sich die erste Nordkirchener Klimaschutzbeauftragte natürlich nicht zufrieden gegeben.

Geowissenschaften hat die 28-Jährige an der Wilhelms-Universität studiert, den Master dann in Bochum absolviert. Tief im Westen war Jahrzehnte der Autobauer Opel einer der wichtigsten Arbeitgeber, für Fahrradfahrer ist die Situation bis heute an vielen Stellen schwierig.

Verbesserungsbedarf und nicht ausgeschöpfte Potenziale

In Nordkirchen sind die Rahmenbedingungen ungleich besser, Verbesserungsbedarf und nicht ausgeschöpfte Potenziale hat Janine Eßmann bereits erkannt. „Ich möchte gerade auch die Jugendlichen anspornen, auf das Fahrrad umzusteigen“, formuliert sie ein Ziel ihrer Arbeit. Damit nicht genug. Angesichts des „hohen Verkehrsaufkommens in Nordkirchen“ gehe es darum, „weg vom Zweitwagen zu kommen“.

Dazu beitragen sollen auch die neuen Mobilstationen in der Gemeinde. „Hier können sich die Menschen auch Fahrräder ausleihen.“ Um zusätzlich Werbung für das Rad zu machen, nimmt Nordkirchen in diesem Jahr erstmals teil an der Aktion Stadtradeln.

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Eng verbunden ist mit der Reduzierung des Individualverkehrs der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). „Wir sind mit den Verkehrsverbänden im Gespräch über zwei neue Linien“, sagt die Klimaschutzbeauftragte. Konkret gehe es um eine bessere Anbindung nach Selm und Werne und damit verbunden die Chance, von Nordkirchen aus deutlich mehr Ziele und vor allem viel bequemer Ziele mit dem ÖPNV zu erreichen.

Bürger können sich in der Verwaltung informieren

Einzug in das für Herbst geplante Klimaschutzkonzept findet auch der Bereich „Bauen und Wohnen“. Noch sind die Details nicht erarbeitet, Janine Eßmann nennt Stichpunkte wie „Versiegelte Flächen“ oder „Erneuerbare Energie“. Dabei sieht sich die Klimaschutzbeauftragte auch in der Rolle des Tipp-Gebers für Förderprogramme.

Die Bürger für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, macht „nur“ 50 Prozent der Arbeit von Janine Eßmann aus. Die anderen 50 Prozent sind für den Tiefbau eingeplant. Ein Bereich, in dem die Münsteranerin in den vergangenen Jahren Erfahrungen sammeln konnten.

Serie über Klima- und Umweltschutz Global denken, lokal handeln - was können Bürger in der Gemeinde Nordkirchen für den Klima- und Umweltschutz tun? Die Klimaschutzbeauftragte Janine Eßmann macht dazu in den nächsten Wochen einige Vorschläge und stellt Menschen vor, die bereits aktiv geworden sind. Zu erreichen ist im Rathaus unter Tel. (02596) 917-244, E-Mail janine.essmann@nordkirchen.de

Seit 2016 haben sich Nordkirchen und Lüdinghausen in dem Bereich eine Stelle geteilt. Dienstags und freitags arbeitete Janine Eßmann in Nordkirchen, die anderen Tage in Lüdinghausen. Als 2019 die Schloss-Gemeinde eine Klimaschutzbeauftragte suchte, warf sie ihren Hut in den Ring.

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