Post in Nordkirchen hat geschlossen, obwohl Übergang gesichert schien

hzPostfiliale im Rathaus

Die Postfiliale in Nordkirchen ist geschlossen, obwohl der Plan ganz anders aussah. Jetzt ist die Gemeinde über die Post verärgert und die Post wiederum hofft auf eine schnelle Lösung.

Nordkirchen

, 01.04.2020, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hatte die Deutsche Post alles vorbereitet für den 1. April, den Stichtag, an dem Ulrike Kirchhoff ihr Geschäft im Rathaus endgültig schließt - und damit auch die Postfiliale im Herzen des Dorfs.

Der Service sollte dort auch nach dem 31. März an bekannter Stelle angeboten werden, versprach die Post. Wer allerdings am Mittwoch eine Briefmarke kaufen, oder einen anderen Dienst der Post in Anspruch nehmen wollte, stand vor verschlossener Tür.

Vor allem die Gemeinde ist über diesen Zustand sehr verärgert, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann und Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann im Gespräch mit dieser Redaktion deutlich machen.

Jetzt lesen

Plan A wäre gewesen, bis dahin ein Geschäft in Nordkirchen zu finden, in das die Postfiliale einziehen kann. Daraus wurde bekanntlich nichts, deshalb sollte Plan B - eine „Interimslösung“ - die Versorgung in Nordkirchen sicherstellen - wenn auch mit verkürzten Öffnungszeiten. Allerdings ist auch daraus kurzfristig nichts geworden.

„Vor über einem Jahr haben wir mit der Post über die Situation in Nordkirchen gesprochen“, sagt Bergmann. In dieser Zeit habe die Gemeinde die Post bei der Suche nach einer Lösung für die Zeit nach dem 1. April 2020 unterstützt und sich auch am Ende bereiterklärt, die Räume des Schreibwarengeschäfts und der Postfiliale für die Übergangslösung zur Verfügung zu stellen.

„Gerade jetzt hätten wir diese Räume sehr gut selbst gebrauchen können“, fügt Bergmann hinzu. Kenntnisstand der Gemeinde sei gewesen, dass die Post ab dem 31. März, 12 Uhr, einen nahtlosen Übergang schafft und die Post-Dienstleistungen weiter im Rathaus anbieten kann.

Jetzt lesen

Manuel Lachmann fügt hinzu, dass die Deutsche Post darüber hinaus auch die Kunden nicht informiert hätte, wie der Sachstand sei und wann die Filiale wieder öffnen soll. Von einem Hinweiszettel habe am Mittwoch jegliche Spur gefehlt.

Auf Anfrage erklärt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post, warum die Interims-Filiale nicht wie geplant öffnen konnte: „Der Mitarbeiter, der es eigentlich hätte machen sollen, ist leider kurzfristig krank geworden“, sagt Ernzer.

Der Post sei es nicht gelungen, schnell einen Ersatz zu finden. Die Hoffnung sei, dass sich innerhalb der nächsten sieben Tage eine Lösung finde, sagt der Pressesprecher.

Allerdings: Ob das klappt, sei noch offen. „Es ist nach wie vor ungewiss, wie lange es dauert“, macht Ernzer deutlich. Die Deutsche Post bemühe sich jetzt um eine Lösung, ob mit dem ursprünglich vorgesehenen Mitarbeiter oder einem anderen, sei ebenfalls noch offen, sagt der Post-Sprecher. Für Nordkirchener bleibt vorerst damit nur die Postfiliale im Raiffeisen-Markt in Südkirchen als Alternative.

Lesen Sie jetzt