Postagentur im Nordkirchener Rathaus schließt bald - Suche nach Alternativen schwierig

hzGeschäfte in Nordkirchen

Die Postagentur im Nordkirchener Rathaus wird in wenigen Monaten schließen. Die Gemeinde hat Inhaberin Ulrike Kirchhoff gekündigt. Ein Umzug des Geschäfts scheint zurzeit fast unmöglich.

Nordkirchen

, 08.08.2019, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 30. März 2020 wird das Geschäft Schreiben und Schenken und die darin integrierte Postagentur im Rathaus an der Bohlenstraße schließen. Das bestätigte Inhaberin Ulrike Kirchhoff (55) auf Anfrage dieser Redaktion. Vermietet werden die Räume von der Gemeinde Nordkirchen. Die hat als Begründung für die Kündigung Eigenbedarf angemeldet.

„Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht“, sagt Ulrike Kirchhoff deutlich. Der Gemeinde, die ihr schon vor längerer Zeit Bescheid gegeben habe, macht Kirchhoff keinen Vorwurf. „Da ist alles korrekt gelaufen“, sagt sie ganz klar.

Bedarf nach Büroflächen gestiegen

Bei der Gemeindeverwaltung sei in den vergangenen Jahren der Bedarf nach Büroflächen spürbar gestiegen, macht Bauamtsleiter Josef Klaas deutlich.

Ende der 1980er-Jahre habe es zum letzten Mal eine Erweiterung im Rathausgebäude gegeben, ergänzt Kämmerer Bernd Tönning. „Seitdem ist eigentlich nichts mehr passiert“, so Tönning.

Allerdings habe sich die Struktur der Verwaltung deutlich verändert, „es sind viele neue Aufgaben hinzugekommen“, erklärt der Kämmerer. Und, was für die Verwaltung erfreulich sei: Es gibt junge Menschen, die ihre Ausbildung im Rathaus machen möchten. Drei sind es aktuell. Die bräuchten allerdings, genauso wie die Praktikanten, Platz.

Umzug ins neue Haus Westermann unwahrscheinlich

Auch deshalb werde der zusätzliche Platz benötigt. Streng genommen hätte man ihn schon vor zwei, drei Jahren gebraucht, macht Tönning deutlich.

Sowohl Verwaltung als auch Ulrike Kirchhoff sagen, dass es bereits gemeinsame Gespräche gegeben habe, um alternative Räume für das Geschäft Schreiben und Schenken und damit auch die Postagentur zu finden.

Der ursprüngliche Plan, die Postagentur mit in die neue Mobilitätszentrale im Haus Westermann umzusiedeln scheitere aktuell allerdings an den voraussichtlich hohen Mietkosten, sagen sowohl die Geschäftsinhaberin als auch die Verwaltung.

Denn letztlich ist auch eine Postagentur an ein Geschäft angeschlossen, das seine laufenden Kosten wie die Miete, selbst tragen muss. „Es ist keine öffentliche Einrichtung“, sagt der Kämmerer.

Nicht die einzige Postagentur in Nordkirchen

Ulrike Kirchhoff sieht aktuell auch an keinem anderen Ort in der Gemeinde ein geeignetes Ladenlokal. Das Geschäft laufe nicht mehr so wie früher, sagt sie.

Das Bestreben der Gemeinde sei es laut Verwaltung, eine Postagentur im Ortsteil Nordkirchen zu halten. Einige Postdienstleistungen (DHL, Pakete, Briefmarken unter anderem) bietet seit einigen Monaten Euronics Dworak an.

Die nächste Postagentur ist im Raiffeisenmarkt in Südkirchen.

Und für Ulrike Kirchhoff ist klar, dass sie sich zum nächsten Frühjahr beruflich umorientieren wird.

Lesen Sie jetzt