Raser auf Bergstraße: Eltern sorgen sich um das Leben ihrer Kinder in Nordkirchen

hzTempo-Sünder

Seit 2016 leben Olaf und Tiffany Kaminski in Nordkirchen an der Bergstraße. Seitdem haben sie Angst um ihre Kinder. Denn viele Autofahrer fahren dort „wie die Bekloppten“, sagen die Eltern.

Nordkirchen

, 07.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

30 Km/h sind auf der Bergstraße in Nordkirchen erlaubt. Doch viele Autofahrer halten sich nicht an das Tempolimit, sagen zwei Anwohner, die sich um ihre Kinder sorgen. Vor allem eine Gruppe von Autofahrern ist den Eltern schon häufig negativ aufgefallen.

„Die fahren hier teilweise wie die Bekloppten“, sagt Olaf Kaminski (47). Im Sommer 2016 war er mit seiner Frau Tiffany (31) aus Lünen nach Nordkirchen gezogen. Zwei Kinder hat das Ehepaar.

Viel Verkehr durch die Studenten der Fachhochschule für Finanzen

„Meine Tochter würde gerne mit dem Fahrrad fahren“, sagt Tiffany Kaminski. „Da habe ich dann Angst.“ Nur ungern würde sie ihre neunjährige Tochter auf der Bergstraße fahren lassen, „weil die hier so rumballern“.

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Es gebe genug Fahrer, die sich nicht an die vorgeschriebenen 30 Km/h halten würden. Oft sehe sie, wie Autos „das Doppelte des Erlaubten“ fahren würden.

Besonders zu zwei Zeiten gebe es viele Raser auf der Bergstraße: Freitagnachmittag und Sonntagabend. Das liege, vermutet die Mutter, vor allem an den Studenten der Fachhochschule für Finanzen, von denen viele freitags wieder in die Heimat fahren würden, um zwei Tage später zurückzuommen.

„Ein Elternteil muss sich nur mal kurz umdrehen“

„Es sind überwiegend junge Fahrer“, sagt Tiffany Kaminski. Zwar würde sie auch einige ihr bekannte Gesichter aus Nordkirchen sehen, doch ein Großteil der zu schnellen Autos habe Kennzeichen aus völlig anderen Regionen.

Vor allem auf ihren Sohn müsse sie besonders achtgeben. Denn der Achtjährige „hat autistische Züge“, erklärt sie. Dadurch sei er „sehr hibbelig“, weshalb sie aufpassen müsse, dass er auf dem Bürgersteig bleibt und nicht auf die Straße geht. Doch nicht nur um ihre eigenen Kinder sorgt sich das Ehepaar.

„Ein Elternteil muss sich nur mal kurz umdrehen“, dann könne schon etwas passieren, sagt sie. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Autofahrer auf der Bergstraße gar nicht dafür interessieren, wenn Kinder am Bürgersteig stehen.

Ergebnis der Tempo-Mess-Tafel an der Bergstraße steht noch nicht fest

Um einen Fahrer auszubremsen und ihre Kinder in einer brenzligen Situation zu schützen, habe sie sich auch schon mal „quer auf die Straße gestellt“, so die 31-Jährige.

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Ihr Mann Olaf Kaminski hat sogar schon mehrmals das Gespräch mit einigen Autofahrern, die ihm aufgrund ihrer Geschwindigkeit aufgefallen war, gesucht. Manche seien dann aber schnell aggressiv und beleidigend geworden.

Vor einigen Wochen stand an der Bergstraße bereits eine Tempo-Mess-Tafel, die allen Autofahrern anzeigte, ob sie zu schnell fahren. Auch wurde jede Geschwindigkeit gespeichert. Das Ergebnis der Messung steht jedoch noch nicht fest, teilt Anne Büscher von der Gemeinde Nordkirchen mit.

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