Raser-Problem Anwohner fordern Hilfe der Gemeinde Nordkirchen

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Anwohner der Straße Große Feld in Nordkirchen beklagen sich über Autofahrer, die zu schnell in dem Wohngebiet unterwegs sind. Dabei ärgert sie vor allem der Umgang der Gemeinde mit dem Thema.

Nordkirchen

, 29.07.2020, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dafür, dass sie durch ein Wohngebiet führt, ist auf der Straße Große Feld in Nordkirchen einiges los. Zumindest vermittelt das der subjektive Eindruck, wenn man dort eine Viertelstunde am Nachmittag den Verkehr beobachtet. Von der Mühlenstraße aus führt die Einfahrt in das Wohngebiet Große Feld. Und der ein oder andere Autofahrer hat es durchaus eilig, nach Hause zu kommen, oder die Engstelle knapp nach der Einfahrt in das Wohngebiet zu passieren.

Es ist ein Bild, das Anwohner Klaus Jäger (70) mittlerweile tagtäglich beobachtet. „Morgens und nachmittags ist es am schlimmsten“, sagt der Rentner. Ihn ärgert das seiner Ansicht nach zu hohe Tempo einiger Autofahrer in dem Wohngebiet. Jäger steht am Rand der Straße und beobachtet den Verkehr. Immer wieder schüttelt er mit dem Kopf, wenn wieder jemand kurz nach der genannten Engstelle gefühlt etwas flotter als die erlaubten 20 Kilometer pro Stunde unterwegs ist.

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Vor wenigen Wochen habe es dort erst geknallt, sagt der 70-Jährige. Es sei zum Glück bei einem Blechschaden geblieben. Für Jäger war der Unfall aber ein weiterer Beweis dafür, dass auf der Straße Große Feld der Verkehr nicht so läuft, wie er eigentlich sollte. Klaus Jäger beschreibt eine weitere Situation, in der ein Radfahrer mit Hund an der Leine zu Fall gekommen sei, weil ein Autofahrer zu nah und zu schnell an Mensch und Tier vorbeifuhr und den Hund dabei aufgeschreckt habe.

Allein ist Klaus Jäger mit seinem Eindruck, dass auf der Straße zu schnell gefahren wird, nicht. Eine Nachbarin, die sich kurz neben Jäger stellt, um den Verkehr zu beobachten, beschreibt ein ähnliches Bild.

Mehr noch als über die Tatsache, dass viele Autofahrer seiner Meinung nach zu schnell durch das Wohngebiet fahren, ärgert sich Klaus Jäger allerdings über den Umgang der Gemeinde Nordkirchen mit seinem Anliegen. „Ich habe mich zehnmal an die Gemeinde gewandt“, berichtet Jäger. Mit unterschiedlichen Mitarbeitern aus unterschiedlichen Fachbereichen habe er darüber gesprochen. Ernst genommen habe er sich nicht gefühlt. „Es ist ja nichts passiert“, erklärt der 70-Jährige mit Ärger in der Stimme.

Am Eingang zur Straße Große Feld steht das Schild, das auf das geltende Tempolimit von 20km/h aufmerksam macht. Wenige Autofahrer scheinen allerdings darauf zu achten.

Am Eingang zur Straße Große Feld steht das Schild, das auf das geltende Tempolimit von 20km/h aufmerksam macht. Wenige Autofahrer scheinen allerdings darauf zu achten. © Karim Laouari

Sein Vorschlag an die Gemeinde war, Pflanzkübel aufzustellen, um den ein- und ausfahrenden Verkehr zwangsweise abzubremsen, bevor Geschwindigkeiten von „teilweise 50 bis 60 km/h“ zustande kommen, die er bei manchen Fahrern gefühlt wahrgenommen hat. Wie schnell nun wirklich auf der Straße Große Feld gefahren wird, kann Klaus Jäger nicht mit Zahlen belegen. Eine weitere Bitte an die Gemeinde war, das Tempo-Messgerät mit Anzeigetafel an der Straßenseite aufzustellen. Das sei aber noch nicht passiert, so Jäger.

Dass es Beschwerden über das Tempo einiger Autofahrer in dem Bereich gibt, kann Gemeinde-Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage bestätigen. Auch, dass es eine Anfrage gibt, das Messgerät der Gemeinde an der Straße aufzustellen. Letzteres sei auch möglich, so Klaas. Die Gemeinde habe allerdings nur eins dieser Geräte und das wechsle - auch je nach Anfrage von Bürgern - die Messstellen quer durch die drei Ortsteile.

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Wenig Chancen sieht Klaas allerdings bei dem Wunsch nach einer Fahrbahnverengung, etwa durch Pflanzkübel. Grundsätzlich stimme die Verwaltung der Beobachtung zu, dass in einigen Wohngebieten zu schnell gefahren werde. Am Beispiel Große Feld habe die Gemeinde allerdings baulich die Voraussetzungen geschaffen, dass Autofahrern deutlich werden müsste, langsam zu fahren. „Die Fahrbahn ist gepflastert und es gibt bereits Engstellen im Großen Feld“, zählt Josef Klaas auf.

Der Unvernunft eines gewissen Anteils der Autofahrer sei allerdings nicht Herr zu werden, macht der Bauamtsleiter auch deutlich. Und er führt noch einen Sicherheitsaspekt an, der aus Verwaltungssicht gegen weitere Fahrbahnverengungen spricht: Müll- und auch Feuerwehrfahrzeuge müssten die Straßen problemlos befahren können.

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