Seit Anfang Februar hat das Rote Kreuz vier Schnelltestzentren im Kreis Coesfeld eröffnet. Jetzt sollen weitere auch in Nordkirchen und Olfen folgen. © Thomas Aschwer
Coronavirus

Schnelltestzentren für Nordkirchen und Olfen: DRK in den Startlöchern

Vier Testzentren des Roten Kreuzes gibt es im Kreis Coesfeld schon. Weitere sollen in Nordkirchen und Olfen öffnen. Bis zum 8. März wird es wohl knapp. Es gibt auch noch offene Fragen.

Dass es weitere Testzentren des Roten Kreuzes im Kreis Coesfeld geben soll, war klar. Weil es ab Montag (8. März) aber wöchentlich kostenlose Schnelltests für alle geben soll, kommt mehr Druck in die Pläne.

„Ob wir es bis Montag hinkriegen, kann ich noch nicht sagen, aber im Laufe der Woche soll alles stehen“, sagt DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann dazu am Donnerstag. Solange müssten Bürger unter Umständen noch in die Testzentren nach Lüdinghausen oder Dülmen. „Wir sind mit den Bürgermeistern in engem Austausch.“

Die reine Einrichtung der Teststationen, Organisation von geschultem Personal und Technik sind dabei laut Schlütermann aber noch das kleinste Problem. „Die Kommunen unterstützen uns. Auch die Apotheken bieten Hilfe an.“

Neue Verordnung für Abrechnung fehlt

Den Strategiewechsel finde er durchaus richtig und gut. An einigen Stellen „fehlen aber noch Lösungen.“

Damit die Schnelltests auch wirklich kostenlos angeboten werden können, braucht es etwa noch eine neue Testverordnung. Denn was gratis für die Bürger sein soll, verursacht dennoch Kosten. Irgendwer muss die Schnelltests der Hersteller am Ende bezahlen. „Es gilt noch die aktuelle Testverordnung, nach der für einen Test 35 Euro berechnet werden, wenn es keinen Verlangensanspruch gibt“, erklärt Schlütermann. Der Preis werde wohl auch in Zukunft noch gelten, nur mit einer kostenlosen Testung pro Woche.

Bislang dürfen bestimmte Personengruppen, zum Beispiel Lehrer und Personal aus Kitas, sich regelmäßig kostenlos Schnelltesten lassen. Auch in Verdachtsfällen oder bei Kontaktpersonen sind Schnelltests kostenlos möglich.

Klare Ansagen für Lieferanten von Schnelltests

Offen sei auch noch, wie nachgehalten werden soll, wer schon einen kostenlosen Test in der Woche hatte. Wenn er den zum Beispiel in einer anderen Stadt oder einem anderen Kreis erhalten hat.

Weiteren Klärungsbedarf gebe es darüber hinaus bei der Beschaffung der Test-Kits selbst. Nicht, dass es keine geben würde. 150 Millionen davon sollen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorrätig sein. 800 Millionen Stück habe sich die Bundesregierung für das laufende Jahr gesichert. „Wir haben aber auch eigene Kapazitäten mit eigenen Vertriebswegen und Vorräten“, sagt Schlütermann dazu. Nicht das er sich über zu viele Tests beschweren will, aber das DRK müsse schließlich auch bei seinen eigenen Lieferanten klare Ansagen machen können.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt