Knut Ludtmann setzt sich mit einer Initiative dafür ein, dass der Skatepark am Schloss Nordkirchen künftig saniert werden soll. Unterstützung erhält er von Philipp Bieronski, Thomas Köhn und Paul Dröge (von links). © Julian Preuß
Sanierung

Skatepark am Schloss Nordkirchen: Initiative möchte Verfall stoppen

Der Skatepark am Schloss Nordkirchen wird nur noch selten genutzt. Knut Ludtmann (43) strebt mit seiner Initiative dessen Sanierung an. Profitieren soll davon die ganze Gemeinde.

Fährt man an der Sportanlage des FC Nordkirchen vorbei, lässt sich der Skatepark am Schloss noch nicht einmal erahnen. Eine Wand aus Bäumen und Sträuchern schirmt den Parkplatz des Sportplatzes von der großen Halfpipe und den übrigen Rampen des Skateparks ab.

Graffiti sind auf der gesamten Anlage zu finden. Hin und wieder auch Müll. 1992/93 ist der Skatepark gebaut worden. 136.000 Deutsche Mark habe das Projekt damals gekostet, sagt die Gemeinde Nordkirchen. Davon habe 70 Prozent das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) übernommen. Die Gemeinde habe die restlichen rund 40.000 DM gezahlt.

Der Bau liegt nun fast 30 Jahre zurück. Nun sei es an der Zeit, dass der Skatepark saniert wird. Dafür setzt sich die Initiative ein, die Knut Ludtmann vor wenigen Wochen gegründet hat. „Die Anlage muss dringend erneuert werden“, sagt er. Unterstützung bekommt der 43-Jährige von mehreren Skatern, die den Park seit ihrem Kindesalter kennen.

„Der Skatepark war schon damals nicht zeitgemäß“

Einer von ihnen ist Thomas Köhn. „Ich bin hier schon vor 20 Jahren gefahren. Der Skatepark war schon damals nicht zeitgemäß“, berichtet er. Auf dem alten Asphalt seien kleine Steinchen nicht zu erkennen. Diese würden schnell zu gefährlichen Stolperfallen werden.

Auf dem sehr rauen Untergrund würde man sich bei einem Sturz die Haut zusätzlich aufreißen. „Außerdem gibt es Kanten, an denen man mit dem Roller oder dem Skateboard stecken bleiben kann. Des Weiteren sind die Rampen zu steil“, erklärt Ludtmann. Auf Nachfrage dieser Redaktion beschreibt die Gemeinde die Skateanlage als „nutzbar, wenn auch nicht mehr neuwertig“.

Trotzdem hält Ludtmann den Park für Anfänger-ungeeignet. Doch besonders für die Anfänger, die neue Skater-Generation müsse die Anlage ausgelegt sein. Er möchte auch die Bewohnerinnen und Bewohner der nahen Kinderheilsstätte mit in das Projekt einbeziehen. Denn niedrigere Rampen könnten auch ihnen viel Spaß und vor allem Bewegung bieten, meint er.

Köhn erinnert sich an die Zeit, als am Schloss in den 1990er Jahren Hochbetrieb unter Skatern, Roller- und BMX-Fahrern herrschte. „Hier haben Wettbewerbe und auch Konzerte stattgefunden“, sagt er. Mit einer Sanierung könne eine Wiederbelebung auch in diesem Bereich stattfinden. Zum Vorteil für die Gemeinde, wie Ludtmann findet.

Skater fahren lieber zu entfernteren Parks

Er vermutet, dass mit einem modernen Skatepark noch mehr Menschen die Gemeinde besuchen würden – und vielleicht auch etwas Geld vor Ort für Speisen und Getränke ausgeben. Derzeit sei eher das Gegenteil zu beobachten. Die Skate-Begeisterten aus der nahen Umgebung würden weitere Fahrten in Kauf nehmen, um zu einer moderneren Anlage zu kommen.

„Ich fahre mit meinem Sohn beispielsweise nach Olfen und nach Selm“, sagt Thomas Köhn. Eine Sanierung würde sich auch auf die Skateparks in der Region auswirken, ist sich der 36-Jährige sicher. „Teilweise ist es in den Skateparks so voll, dass die Disziplinen auf verschiedene Tage aufgeteilt werden müssen. Genervt sind die Leute beispielsweise in Selm“, erklärt er.

Eine genaue Vorstellung wie der neu sanierte Skatepark aussehen soll, haben der Verantwortliche der Initiative und seine Unterstützer noch nicht. Um herauszufinden, was sich die potenziellen Nutzer wünschen, hat Ludtmann eine Umfrage ins Leben gerufen. So möchte er einen Überblick gewinnen, aus welchen Orten die interessierten Skater kommen, wie häufig sie den Park nutzen möchten und mit welchem Gefährt. „Bislang haben mehr als 100 Leute teilgenommen“, sagt Ludtmann. Dafür hat er im Gemeindegebiet rote Flyer ausgelegt und ausgehängt. Auf ihnen befindet sich ein QR-Code, der nach dem Einscannen direkt zum Umfrage weiterleitet.

Verteilt in Nordkirchen finden sich diese Flyer. Der QR-Code leitet zu einer Umfrage weiter, mit der ermittelt werden soll, was sich die Interessierten für die Sanierung des Skatesparkes wünschen.
Verteilt in Nordkirchen finden sich diese Flyer. Der QR-Code leitet zu einer Umfrage weiter, mit der ermittelt werden soll, was sich die Interessierten für die Sanierung des Skatesparkes wünschen. © Julian Preuß © Julian Preuß

Initiative entspricht „durchaus dem Willen der Gemeinde“

Die Gemeindeverwaltung hat das aufkommende Interesse an einer Sanierung des Skatesparks ebenfalls schon wahrgenommen. „Wenn es Initiativen gibt für eine Belebung, entspricht das durchaus dem Willen der Gemeinde. Vor den Sommerferien hatte sich ein Interessent hierzu gemeldet, mit dem wir auch ein Gespräch auf der Anlage geführt haben“, schreibt Gemeindesprecher Karim Laouari auf Anfrage.

Wann eine Sanierung beginnen könnte, steht indes noch nicht fest. Ausschlaggebend sei auch die Finanzierung. „Geld für eine grundlegende Sanierung oder den Aufbau neuer Geräte ist im Haushalt der Gemeinde aktuell nicht vorgesehen, das müsste dann im Haushalt 2022 eingestellt werden“, heißt es seitens der Gemeinde.

Bei Ludtmann bleibt trotzdem die Sorge, dass der Skatepark irgendwann verschwindet. Er spricht davon, dass der FC Nordkirchen als benachbarter Sportverein die Fläche gerne als Parkplatz nutzen würde. Dem widersprach Stefanie Benting, Vorsitzende des Gesamtvereins. „Wir haben uns keine Gedanken zu dem Skatepark gemacht“, sagt sie nach Rücksprache mit ihren Vorstandskollegen. Bei der Gemeinde sei diesbezüglich ebenfalls keine offizielle Anfrage eingegangen. „Wir haben diese Fläche auch nie für solche Zwecke in Erwägung gezogen“, heißt es von Bauamtsleiter Josef Klaas.

Die Diskussion um eine mögliche Sanierung zeigt, dass die Skateanlage nicht in Vergessenheit geraten ist. Auch wenn sie derzeit versteckt hinter dichten Bäumen und Sträuchern liegt. Gesprächsstoff bietet sie allemal.

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