Die Sparkasse in Capelle ist künftig nur noch SB-Standort. © Günther Goldstein
Geldinstitut

Sparkasse in Capelle wird dauerhaft zum SB-Standort

Zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Service-Berater der Capeller Sparkasse bereits nach Nordkirchen umgezogen. Nun gibt die Sparkasse bekannt: Das bleibt auch dauerhaft so.

„Sparkasse bündelt die persönliche Beratung.“ Unter dieser unverfänglichen Überschrift gibt die Sparkasse Westmünsterland am Dienstag, 13. April, in einer Pressemitteilung bekannt, dass eine Kundenberatung in der Capeller Filiale in der Dorfstraße von nun an nicht mehr stattfindet. Kundinnen und Kunden können nur noch in der Nordkirchener Sparkassen-Filiale beraten werden.

Im letzten Satz der Mitteilung heißt es: „Das SB-Angebot mit Geldautomat und Überweisungsterminal inklusive Kontoauszugsdrucker bleibt in Capelle bestehen“. Bedeutet das also, dass künftig gar keine Mitarbeiter mehr in der Capeller Filiale zu finden sein werden? „Ja, genau, das wird ein SB-Standort“, erklärt Sprecher Robert Klein im Gespräch mit der Redaktion.

Mitarbeiter schon seit einem Jahr in Nordkirchen

Dass Kündigungen für die Mitarbeiter ausgesprochen werden, bedeutet das aber nicht, beteuert Klein. Sie bleiben am Standort in Nordkirchen. Dort hatten sie bereits seit Beginn der Corona-Pandemie seit etwa einem Jahr gearbeitet. Die Bank hatte das mit einer besseren Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln begründet.

Allerdings war da noch nicht absehbar, dass der Standort in Capelle zum reinen Automatenstandort werden würde. Die Entwicklungen – hin zur Digitalisierung und immer mehr digitalen Angeboten habe es aber auch schon vor der Pandemie gegeben. „Corona hat die Entwicklung vielleicht beschleunigt“, sagt Klein. Zum Beispiel hätten die kontaktlosen Zahlungen mit zweistelligen Zuwachsraten zugenommen. Aber ein Vorwand, Standorte zusammenzulegen sei die Pandemie-Situation nicht.

Beratung in Nordkirchen

Der Standort in Nordkirchen hätte den Vorteil, dass mehr Kollegen vor Ort seien und sich so mehr Zeit für Beratungsgespräche nehmen könnten, so Klein. Bei kleineren Standorten sei das vielleicht schwieriger, wenn der nächste Kunde gerade reinkommt, obwohl man sich gerade in einer Beratung befinde. „Viele unserer Kunden haben uns berichtet, dass die Beratungssituation hier deutlich besser sei – mit mehr Zeit und Raum für Kundengespräche“, wird zum Beispiel Vorstandsmitglied Norbert Hypki in Bezug auf den Nordkirchener Standort zitiert.

Termine für die Beratungen können montags bis freitags durchgehend zwischen 8 und 19 Uhr vereinbart werden, teilt die Sparkasse dazu mit. Aber was ist nun mit Kunden, die eben nicht so fit sind in digitalen Angelegenheiten oder eben partout nicht wissen, wie sie von Capelle nach Nordkirchen kommen können, um so ein Gespräch wahrzunehmen? Auch in anderen Kontexten des täglichen Bedarfs, sei es doch oft so, dass Familie und Bekannte weiterhelfen können, sagt Klein. Er sagt aber auch: „Wenn jemand ein Problem hat, dann kümmern wir uns drum.“ Man solle dann einfach bei der Sparkasse anrufen.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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