Südkirchener Fleischhändler verkauft bald Fleisch von Tieren aus Offenstall-Haltung

hzTierwohl-Initiative

Der Fleischhändler Dieter Grube stellt einen Teil seines Sortiments auf Schweinefleisch aus Offenstall-Haltung um. Das soll nicht nur den Tieren helfen, sondern auch den Kunden nützen.

Südkirchen

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Schweine in beengten, dunklen und stickigen Ställen: Für viele Verbraucher sind die Bilder der Negativbeispiele der Nutztierzucht so präsent wie nie und nicht nur bei den Kunden hat das Thema Tierwohl mittlerweile extrem an Bedeutung gewonnen.

Diesen Denkwandel registriert auch Metzgermeister und Fleischhändler Dieter Grube aus Südkirchen immer mehr. Wenn er mit seinen beiden Geschäftspartnern Vasile und Zaharia Morar am Freitag, 5. Juli, die neuen Verkaufsräume am Kattenbeck 16 eröffnet, wird es dort nur Fleischwaren von Schweinen aus Offenstallhaltung geben.

Das Tierwohl steht im Vordergrund

Die Tiere kommen von einem Hof in Oldenburg, erklärt Grube im Gespräch mit dieser Redaktion. Er selbst sei mit Mitarbeitern vor Ort gewesen und habe sich ein Bild von den Haltungsbedingungen gemacht. Das Bio-Siegel trägt das Fleisch zwar nicht, trotzdem stehe bei der Offenstall-Initiative das Tierwohl im Vordergrund.

Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 0,75 Quadratmeter pro Schwein bietet der Offenstall nach Angaben des „Vereins zur Förderung der Offenstallhaltung von Schweinen“ 1,5 Quadratmeter Platz. Sowohl im Sommer als auch im Winter würden die Tiere frische Luft bekommen. Darüber hinaus gebe es unter anderem Suhlen mit einem flachen Wasserspiegel und mit Stroh ausgelegte Flächen, wo die Tiere ihren Wühl- und Erkundungstrieb ausleben können, wie der Verein weiter erklärt.

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Der Wertverfall beim Fleisch, den Dieter Grube in den vergangenen Jahren festgestellt hat, mache einfach wütend, erklärt er. Aber gerade im Münsterland merke er, dass ein Umdenken stattfinden würde. Die Kunden seien mittlerweile eher bereit, mehr für Fleisch auszugeben und dabei auch in eine bessere Tierhaltung zu investieren.

Dafür bekomme der Kunde auch Fleisch in einer spürbar besseren Qualität, ist Grube überzeugt. Ein Beispiel: „Der Schlachthof liegt nur zehn Minuten vom Hof entfernt“, erklärt Grube. Die Tiere müssten nicht lange in Lkw-Anhängern transportiert werden und würden dadurch weniger Stress erleiden. „Das schmeckt man nachher beim Fleisch“, sagt der 64-Jährige.

Laden-Eröffnung am Freitag

Und: Mit im Schnitt acht bis neun Monaten würden die Schweine doppelt so lange leben wie in der konventionellen Haltung.

Nur noch wenige Handgriffe fehlen in dem Ladenlokal, das am Freitag um 14 Uhr neben dem Fleischhandel in Südkirchen öffnet. Kunden können sich bei der Neueröffnung im Detail über die Offenstall-Haltung informieren, kündigt Grube an. Neben Fleischwaren wird es dort in Zukunft auch viele Spezialitäten aus Rumänien - dem Heimatland seiner beiden Partner - geben.

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