Tagespflege in Südkirchen hat umgestellt auf eine Notfallbetreuung

hzCorona-Krise

Eine Notbetreuung bietet die Tagespflege Südkirchen derzeit an. Coronabedingt dürfen nur wenige Gäste das Angebot nutzen. Zwei Kriterien sind ausschlaggebend, wer in die Notbetreuung kann.

Südkirchen

, 06.05.2020, 06:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von heute auf morgen musste die Tagespflege der Caritas in Südkirchen schließen, berichtet die Leiterin Britta Wisse. Auch diese für viele Südkirchener, Capeller und Nordkirchener Familien so wichtige Einrichtung durfte mit Inkrafttreten der ersten Verordnungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr weiter arbeiten.

Mittlerweile hat die Tagespflege wieder geöffnet, sie läuft allerdings nur im Notbetrieb. Das bedeutet, dass nicht alle Senioren, die dort sonst tagsüber versorgt werden, die Tagespflege besuchen können. Und die Einrichtung selbst muss eine Auswahl treffen, welche Gäste das Angebot an der Unterstraße weiterhin nutzen können.

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„Mehr als acht Gäste sind in der Notbetreuung nicht möglich“, macht Britta Wisse deutlich. Normalerweise seien es 14 bis 17 Senioren, die pro Tag in der Tagespflege betreut werden. Die Corona-Krise hat auch die Caritas-Mitarbeiter in Südkirchen aus heiterem Himmel erwischt, sagt die Leiterin.

Für die Familien, deren Angehörige die Notbetreuung nutzen können, ist das Angebot eine große Entlastung. Gleichzeitig bedeutet es, dass 29 andere Gäste die Einrichtung aktuell nicht benutzen können, sagt Wisse.

Die Tagespflege prüfe jeden Fall genau und entscheide dann, welcher Gast die Notbetreuung nutzen kann. Zwei Fragen seien dafür ausschlaggebend: „Ist eine Betreuung zu Hause nicht möglich?“ und „Droht das familiäre Netz auseinanderzubrechen?“

Familien stoßen bei der Pflege zu Hause irgendwann an Grenzen

In ländlichen Regionen, wie dem Münsterland würden häufiger als in städtischen Gebieten mehrere Generationen zusammen oder in der Nähe wohnen. Deshalb könne die Familie vieles auffangen, erklärt Britta Wisse. Gerade bei der Pflege würden Familienmitglieder aber auch irgendwann an Grenzen stoßen. Das soll die Notbetreuung verhindern. Und: Viele der Gäste in der Tagespflege Südkirchen sind über 80, teilweise 90 und deren Kinder damit ebenfalls schon älter, fügt die Leiterin der Tagespflege hinzu.

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Der Pflege-Alltag sieht derzeit so aus, dass die Tagespflege-Mitarbeiter mit Mundschutz arbeiten und die Gäste mindestens 1,50 bis 2 Meter Abstand zueinander einhalten müssen. Das funktioniere gut, sagt Britta Wisse. „Man merkt aber mittlerweile, dass der Kontakt zu den anderen Gästen fehlt“, fügt sie hinzu.

Und eigentlich gäbe es für die Tagespflege derzeit auch genügend Grund zum Feiern: Die Einrichtung gibt es seit dem 2. Mai seit exakt drei Jahren. Ein kleines Jubiläumsfrühstück mit den Gästen und besondere Gerichte in den nächsten Tagen sollen das eigentlich geplante Frühlingsfest etwas kompensieren.

Und auch die Veranstaltungsreihe „Gut leben in Nordkirchen“ ist vorerst abgesagt. „Wir versuchen, die Termine nachzuholen, sofern das möglich ist“, kündigt Britta Wisse aber an.

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