Tatsächlich möglich - schöner Wohnen in der Turnhalle oder im Schwimmbad

hzSchlossgelände

Dieses Immobilienangebot ist einzigartig! Die Gemeinde will sich vom seit Jahren geschlossenen Schwimmbad und der angrenzenden Sporthalle trennen. Die Hürden für Interessenten sind hoch.

Nordkirchen

, 13.06.2019, 04:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit rund drei Monaten schafft die Verwaltung Fakten. Mit einem Kostenaufwand von rund 1,75 Millionen Euro lässt sie direkt neben der Sporthalle an der Gesamtschule eine neue Ein-Feld-Turnhalle errichten. „Das wird der Ersatz für die Ende 2015 geschlossene Sporthalle auf dem Gelände der Fachhochschule für Finanzen“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann.

Der Neubau hat natürlich Konsequenzen. Die Gemeinde benötigt die in die Jahre gekommene Sporthalle am Schloss nicht mehr. „Der Bedarf ist mit der neuen Halle überwiegend gedeckt“, ergänzt Bergmann.

Bürgermeister Dietmar Bergmann betont das „erlesene Umfeld“

Der Bürgermeister kann sich wie Bauamtsleiter Josef Klaas verschiedene Umnutzung von Turnhalle und Schwimmbad am Schloss vorstellen. Sie betonen das „erlesene Umfeld“ und machen zugleich Einschränkungen bei künftigen Nutzungsmöglichkeiten. „Die Pläne sind mit der Fachhochschule für Finanzen abzustimmen“, sagt Bergmann.

Die Verwaltungsspitze will jetzt in aller Ruhe abwarten, „wie groß das Interesse an dem Immobilienkomplex ist, der schon seit einigen Jahren nicht mehr genutzt wird.“ Dabei kam gerade das Ende des Schwimmbades für alle völlig überraschend. Erst sorgten Defekte für längere Schließungszeiten, dann zog sich der Schwimmbad-Betreibers Aqua-Park ganz zurück.

Turnhalle wurde 2015 zur Notunterkunft für Flüchtlinge umgebaut

Ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet die Turnhalle, als sie im Herbst 2015 zur Notunterkunft für Flüchtlinge umgebaut wurde. Doch bereits Mitte Juni 2016 wurde sie auch dafür nicht mehr benötigt. Seitdem ruht der Betrieb auch in der Sporthalle. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde die Planungen für eine neue Turnhalle vorangetrieben.

Der ursprünglich angedachte Standort in direkter Nähe zur Grundschule wurde am Ende nicht realisiert und ist in den vergangenen Monaten mit einem Kindergarten bebaut worden. Und auch die Umsetzung der Pläne an der Gesamtschule gestaltete sich schwierig. Bei der ersten Ausschreibung wurden Preise aufgerufen, die Gemeinde nicht tragen wollte und konnte.

Eröffnung der neuen Turnhalle ist für Februar oder März 2020 geplant

Seit drei Monaten wird aber kräftig auf dem Gesamtschul-Gelände gewerkelt. „Im Februar oder März 2020 soll sie nutzbar sein“, sagt Bauamtsleiter Josef Klaas im strömenden Regen auf der Baustelle. Eine wohl sehr realistische Auffassung. Der Rohbau ist bereits errichtet.

Aktuell ist eine Firma dabei, die Dachkonstruktion - riesige Holzsparren - zu montieren. Wenn das Dach fertig ist, sind die Arbeiter nicht mehr so stark Wind und Wetter ausgesetzt. Allerdings gibt es noch ein „riesiges Loch“. Die Außenwand auf der Längsseite wird komplett verglast. „Ein Vorschlag des Architekten“, sagt Klaas.

Beide Turnhallen sind künftig miteinander verbunden

Der Bauamtsleiter nennt vor Ort weitere Besonderheiten des Neubaus: Alte und neue Turnhalle werden komplett verbunden sein, sodass die Lehrer von einem Trakt problemlos in den anderen wechseln können. Eine Tribüne wird die neue Halle übrigens nicht bekommen. Sie ist halt für den Schul- und Vereinssport gedacht.

Während die Dinge an der Gesamtschule hier ihren geordneten Lauf nehmen, ist die Zukunft der alten Sporthalle und des Schwimmbades noch komplett offen. Bürgermeister Dietmar Bergmann verweist auf Machbarkeitsstudien für den Komplex an herausragender Stelle. Vielleicht kommen jetzt aber auch Interessenten auf die Gemeinde mit Ideen zu, die bislang nicht diskutiert wurden.

Es wird doppelt spannend: Welche Summe kann die Gemeinde für den Komplex erzielen und welche Nutzung wird am Ende realisiert. Vielleicht wird es ja „ganz profanes Wohnen“?

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