Tiny-Häuser in Südkirchen: Gemeinde sucht das Gespräch mit möglichen Interessenten

hzTiny-Häuser

Das Neubaugebiet Capeller Straße in Südkirchen soll eine Fläche bekommen, auf denen sogenannte Tiny-Häuser gebaut werden können. Wie sollen sie aussehen? Und wie groß ist das Interesse?

Südkirchen

, 29.01.2020, 03:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das künftige Baugebiet Capeller Straße am östlichen Rand des Ortskerns Südkirchen wäre das erste in der Gemeinde Nordkirchen, in dem Tiny-Häuser entstehen würden. Doch bevor dort überhaupt baulich etwas geschehen ist, mahnen Politiker gewisse Qualitätsstandards an.

„Wir stellen uns keine Mobilheime auf Rädern vor, deren Wärmedämmungsstandard dem eines Wohnwagens entspricht“, sagte Thomas Quante (CDU) in der Sitzung des Ausschusses für bauen und Planung am 21. Januar. „Es gebe sicher bessere Möglichkeiten, ein kleines Gebäude zu errichten für einen überschaubaren Betrag und trotzdem mit einer guten Wärmedämmung.

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Für Bündnis 90/Die Grünen wies Uta Spräner darauf hin, dass es sich bei den geplanten Häusern nicht um Tiny-Häuser handele („Die sind nämlich auf Rädern“), sondern um Minihäuser. „Und die haben den Wärmestandard, wie jedes andere Haus auch.“

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Wie geht die Gemeinde nun weiter vor? „Unser Vorschlag ist, die Interessenten, die sich bei uns gemeldet haben, einladen, um zu hören, welche Vorstellungen sie haben“, skizzierte Bürgermeister Dietmar Bergmann den weiteren Weg. Dabei könnten Fragen beantwortet werden, ob das, was sie vorhaben, unter den Wärmestandards noch wirtschaftlich ist. Diese Einladung werde dann auch zeigen, wie groß das Interesse an solch kleinen Häusern sei.

Fragen der Gestaltung klären

„Es geht uns auch bei der Diskussion um den Kleinhaus-Anteil auch um Fragen der Gestaltung“, sagte Bauamtsleiter Josef Klaas. „Wir haben nie gesagt, dass es fahrbare Häuser sein müssen.“ Es sei ja auch zu befürchten oder zu erwarten, „dass es zu Anfang ganz nett ist, auf 25 bis 35 Quadratmetern zu wohnen“ und die Hausherren im zweiten Jahr erkennen, dass das eine oder andere im Haus nicht untergebracht werden könne, und sie dann anfangen, ein Gartenhäuschen hinzustellen oder Garagen zu vergrößern.

Derzeit sieben Interessentene

Deshalb wolle die Gemeinde mit den Interessenten reden und dann auch gemeinschaftlich Gestaltungsregeln verabreden und auch über eine gemeinschaftliche Energieversorgung, Müllbeseitigung und die Parkplatzsituation sprechen. Es gebe derzeit sieben Interessenten.

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Was aber ist, wenn nur ein oder zwei Interessenten auch tatsächlich bauwillig sind? Josef Klaas: „Das wird im Rahmen der Grundstücksvergabe ein Thema sein. Wir könnten uns vorstellen, dass man eine Fläche im Baugebiet erst einmal nicht vergibt, um dort konkrete Kleinhaus-Planungen mit allen Interessierten zu machen.“ Dann sei eben die Frage, ob sich das mit den Interessenten auch unter den gestalterischen Vorgaben realisieren lasse oder nicht. „Das bedeutet aber auch, dass man diese Fläche auch eine Weile frei halten muss.“

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