Tiny-House-Grundstücke in Nordkirchen: Gemeinde sucht den Mittelweg

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Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Nordkirchen eine Tiny-House-Siedlung bekommt. Ein erster Info-Termin mit den Interessenten hat bereits einige wichtige Erkenntnisse gebracht.

Südkirchen

, 07.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für eine Tiny-House-Siedlung in der Gemeinde Nordkirchen werden konkreter. Am Montag (5.10.) hat die Gemeinde im Forum der Johann-Conrad-Schlaun-Schule (JCS) eine Infoveranstaltung über die Mini-Siedlung organisiert.

Eingeladen waren alle, die in den vergangenen Wochen und Monaten Interesse an einem Tiny House bekundet hatten. Wie viele Besucher am Ende tatsächlich kamen, war auch für die Verwaltung eine Überraschung.

Etwa 40 Teilnehmer hatte die Veranstaltung am Montag, berichtet Bauamtsleiter Josef Klaas. „Von der Zahl der Teilnehmer sind wir positiv überrascht“, gibt Klaas im Gespräch mit der Redaktion zu. Erfahrungswerte für eine solche Siedlung gibt es nämlich nicht. Die ließen sich auch im Austausch mit anderen Kommunen nur bedingt einholen, wie der Bauamtsleiter sagt. „Dortmund plant eine Siedlung, in Bochum gibt es Ideen, aber alle fischen noch etwas im Trüben“, sagt Klaas.

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2019 brachte die UWG die Idee für eine Tiny-House-Siedlung in die politische Diskussion. Der Vorschlag fand viel Zustimmung und letztlich beauftragte der Rat die Verwaltung, eine geeignete Fläche für eine solche Siedlung auszumachen.

Im südlichen Teil des geplanten Baugebiets „Capeller Straße“ in Südkirchen hat die Gemeinde jetzt mehrere Grundstücke aus der regulären Vermarktung herausgenommen und gemeinsam mit den Nordkirchener Architekturbüros Leistungsphase und Steinhoff Architekten, sowie dem Südkirchener Energietechnikunternehmen H+V erste Ideen entwickelt, wie eine spätere Siedlung aussehen könnte.

Wichtig ist der Gemeinde dabei vor allem, dass die Bauherren zwar einerseits Freiheiten bei Form und Gestaltung der Häuser bekommen, andererseits aber kein bunter Stilmix entsteht. Josef Klaas spricht dabei vom Extrem-Beispiel des blauen Container-Hauses neben dem roten Holzhäuschen.

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Diesen gemeinsamen Nenner zwischen den Vorstellungen der potenziellen Bauherren und der Gemeinde zu finden, ist jetzt die größte Aufgabe für die Verwaltungsmitarbeiter. Denn die Gemeinde will auch weiterhin moderierend das Projekt Tiny-House-Siedlung begleiten.

Eine erste Erkenntnis auf Seiten der Gemeinde nach dem gemeinsamen Abend sei bereits, dass man an der gemeinsamen Energieversorgung - sprich Strom und Wärme - festhalten möchte. Offene Fragen seien hingegen neben der Baugestaltung unter anderem noch die nach Gemeinschaftsparkplätzen und weiteren Ideen, wie Carsharing, die am Montag vorgetragen wurde. Welche Leitlinien jetzt entschieden werden, welche Vorgaben gelockert - das werde sich in den nächsten Schritten zeigen. In vier Wochen soll der nächste Termin stattfinden. Dann wolle die Gemeinde das Interesse der Teilnehmer auch noch einmal genauer abklopfen, kündigt Klaas an.

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