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Trockene Böden - Wie Landwirte und Hobbygärtner ihre Pflanzen schützen können

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Die Böden sind aktuell noch trockener, als im vergangenen Jahr um diese Zeit. Nordkirchens Ortslandwirt sagt: Landwirte können wenig tun - Hobbygärtner haben dagegen mehr Möglichkeiten.

Nordkirchen

, 26.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes, die die Runde durch die Republik machen, verheißen nichts Gutes für die Landwirtschaft. Die Rede ist von noch trockeneren Böden als im vergangenen Hitze-Sommer. Die Böden seien noch trockener als im vergangenen Jahr um diese Zeit.

„Das kann ich durchaus bestätigen“, sagt Herbert Lütke Holz, Nordkirchener Ortslandwirt, auf Anfrage der Redaktion. Woran man das erkennt? Einen Finger in den Boden stecken geht vielleicht beim Kuchenteig – auch wenn man hier vielleicht lieber zum Holzstäbchen greifen sollte – aber weniger beim Boden.

„Man sieht schon erste Risse im Boden“, erklärt Lütke Holz. Außerdem: „Es ist besonders auffällig, dass viele Sträucher und Bäume beschädigt sind“, sagt er. „Es hätte im Herbst und Winter mehr regnen müssen. Das Wasserreservoir im Boden ist nicht wieder vollständig aufgefüllt und defizitär“, sagt der Landwirt.

Landwirte können wenig tun

Das Problem: Die örtlichen Landwirte könnten wenig tun, erklärt er. Die Landwirte seien nicht darauf eingestellt, die Feldfrüchte zu bewässern, sagt Lütke Holz. „Wir können nur wasserschonend arbeiten.“ Das heißt etwa den Boden nicht mit dem Pflug zu bearbeiten, „sondern mit dem Grubber arbeiten“, meint er. Das ist ein Gerät, das den Boden, anders als der Pflug, nicht wendet, also „nicht die Scholle dreht“, erklärt der Ortslandwirt. „Das lockert den Boden“, sagt Lütke Holz.

Trockene Böden - Wie Landwirte und Hobbygärtner ihre Pflanzen schützen können

Herbert Lütke Holz sagt, Landwirte könnten nur darauf achten, wasserschonend zu arbeiten. Etwa mit einem Grubber, anstelle eines Pflugs. © dpa (Archiv)

Kurzfristig in der Planung umschwenken und etwas anbauen, das Trockenheit besser verträgt, sei nicht möglich. „Das ist zu kurzfristig. Einige Feldfrüchte stehen schon seit Herbst“, meint der Ortslandwirt.

Niederschläge nötig

Zurzeit sieht es also nicht gut aus. Die Hiobsbotschaft ist damit aber noch nicht in Stein, oder eher den Boden, gemeißelt. Ob die Ernte wirklich dramatisch schlecht ausfällt, „kann man noch nicht sagen“, meint Lütke Holz. „Dafür müsste ich das Wetter der nächsten Wochen wissen.“ Klar ist jedoch: „Wir brauchen Niederschläge. Mehrere Regentage wären gut“, sagt er. Der Regen vom Mittwoch, 24. April, reiche lange nicht aus. „Das sah nach viel aus, waren aber nur fünf Millimeter. Wir bräuchten aber eher 40“, sagt der Ortslandwirt.

Viele Regentage würden sicher die Landwirte freuen, nicht unbedingt den geneigten Schön-Wetter-Enthusiasten. „Ich habe nichts dagegen, wenn es nachts regnet und am Tage die Sonne scheint“, sagt Lütke Holz mit einem Lachen.

Tipps für Hobbygärtner: „Man kann Pflanzen durchaus ertränken“

Nicht nur Landwirte, sondern auch Hobbygärtner müssen zurzeit stark sein. Auch wenn diese mehr unternehmen könnten. Angelika Laumann, Gärtnerin des Kreislehrgartens Steinfurt, erklärt, was Gärtner tun können:

  • Beete, die noch kahl sind, solle man mulchen. „Dazu eignet sich angetrockneter Grasschnitt. Wichtig dabei: dünn schichten“, sagt sie. Man müsse den Boden vor dem Austrocknen bewahren. „Humus in das Bodengefüge, in sandigem Boden eignet sich guter Kompost“, ist Laumanns Tipp.
  • Große Fehler passieren vor allem in der Bewässerung: „Wenn bewässern, dann am besten früh morgens“, erklärt Laumann. Das helfe vor Schneckenausbreitung. „Schnecken sind nachtaktiv. Wenn man abends wässert, breitet man den roten Teppich für die Schnecken aus“, sagt sie. „Außerdem sollte man nur ein- bis zweimal die Woche durchdringend wässern und nicht jeden Tag, rät Laumann. „Das machen ganz viele Leute falsch. Lieber einmal richtig wässern, als ständig. Ansonsten verschlämmen die Wurzelbereiche“, erklärt die Gärtnerin. „Man kann Pflanzen durchaus ertränken – Wurzeln brauchen Sauerstoff.“
  • Das durchdringende Wässern funktioniere am besten mit sogenannten Perlschläuchen oder Tröpfchenschläuchen, sagt sie. „Damit rieselt das Wasser schön tief in den Boden.“ Außerdem solle man dabei darauf achten, gezielt den Boden zu wässern und nicht die Blätter.
  • Anders als Landwirte können Gärtner außerdem stärker darauf achten, was sie pflanzen. Lebensbäume hätten es zur Zeit schwer. „Im Garten ist es möglich, wasserspeichernde Pflanzen einzusetzen“, sagt Angelika Laumann. Als Beispiel nennt sie da die Fetthenne. Auf dem Balkon empfiehlt sie beispielsweise Geranien. Hitzebeständige Pflanzen würde man daran erkennen, dass sie behaarte oder silbrig glänzende Blätter haben. „Das ist ein Sonnenschutz“, erklärt die Gärtnerin des Lehrgartens. „Und standortgerecht zu pflanzen ist wichtig.“ Sprich: Schattenliebhaber in den Schatten und Sonnenliebhaber in die Sonne.
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