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Unfallfahrer in Capelle eine Erfindung? Fall geht zur Staatsanwaltschaft

hzUnfallflucht

Per Hubschrauber suchte die Polizei im März nach einem flüchtigen Unfallfahrer in Capelle. Ob es ihn tatsächlich gegeben hat, ist noch immer nicht ganz klar – die Fahrzeuginsassen schweigen.

Capelle, Herbern, Ascheberg

, 17.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Gab es ihn oder gab es ihn nicht? Als der Polizeihubschrauber am 10. März des nachts nach einem flüchtigen Unfallfahrer in Capelle suchte, handelte es sich um ein übliches Vorgehen der Polizei.

Nachdem der Hubschrauber mit seiner Wärmebildkamera erfolglos blieb und die erste Vernehmung der zwei verletzten Fahrzeuginsassen am Unfallort abgeschlossen war, keimten bei der Polizei erste Zweifel über die Existenz des Flüchtigen auf. Ob es diesen flüchtigen Unfallfahrer tatsächlich gegeben hat, ist noch immer nicht ganz klar.

Das ist im März passiert

Wie berichtet, war ein Auto auf der L 671, Höhe Einmündung Sandstraße, von der Straße abgekommen, gegen einen Baum geprallt und auf die Fahrbahn zurückgeschleudert worden. Beim Eintreffen der Rettungskräfte befanden sich zwei verletzte und alkoholisierte Männer aus Ascheberg im Fahrzeug.

Der 26-jährige Fahrzeughalter und der 22-Jährige gaben an, dass ein Dritter gefahren sei, an dessen Nachnamen sie sich jedoch beim besten Willen nicht erinnern konnten.

„Es stand zunächst im Raum, dass womöglich ein verletztes Unfallopfer durch die Gegend irrt“, erklärte Rolf Werenbeck-Ueding, Sprecher der Kreispolizei Coesfeld, am 13. März im Gespräch mit der Redaktion. Deshalb der Hubschraubereinsatz.

Alles in allem schien es eher so, dass dieser Fahrer auf der Flucht eine Erfindung der beiden vorgefundenen Fahrzeuginsassen war und stattdessen einer von ihnen gefahren ist. „Da könnte es sich womöglich um einen imaginären Dritten handeln“, sagte der Polizeisprecher im März, und: „Mal sehen, ob wir vielleicht, wenn erst einmal etwas Zeit vergangen ist, eine ganz andere Geschichte zu hören bekommen.“ Die Vernehmung auf der Polizeistelle stand zu diesem Zeitpunkt noch aus.

Fahrzeuginsassen schweigen

Durch die Blutalkoholprobe und durch gefundenes Blut auf den Airbags hat die Polizei alle Spuren, um mit einer DNA-Untersuchung den Fahrer ermitteln zu können.

Jedoch schockiert die beiden Ascheberger das anscheinend nicht. Wie Rolf Werenbeck-Ueding am Dienstag, 16. April, auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, „machen beide von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch“.

Man könne sich einsichtig zeigen, wenn man wüsste, dass man gefahren sei, meint Werenbeck-Ueding, zumal so die Verfahrenskosten in die Höhe gingen. Diese Kosten hat am Ende schließlich der Schuldige zu tragen.

„Die Beweislast ist erdrückend“

Denn: „Die Beweislast ist erdrückend“, sagt er. „Wir sind zuversichtlich, über die Spuren den Tathergang ermitteln zu können“, sagt der Polizeisprecher weiter. Bis das geschieht und der Fall abgeschlossen ist, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen.

Denn zunächst müssen die Mühlen der Justiz mahlen. Ein Antrag geht zur Staatsanwaltschaft, diese entscheidet darüber, den Antrag tatsächlich zu stellen und ein Richter gibt dann den Beschluss. Erst dann könne man die Spurenuntersuchung in Gänze vollziehen, erklärt der Polizeisprecher.

Die beiden Ascheberger hatten in besagter Nacht über 1 Promille Blutalkohol: der Ältere 1,19 Promille, der Jüngere 1,29 Promille. Beide lassen sich anwaltlich vertreten.

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