Unternehmen hat Antrag für Windkraftanlagen in Nordkirchen eingereicht

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Um die geplanten Windkraftanlagen in Nordkirchen war es zuletzt ruhig, nachdem in der Politik teils heftig diskutiert wurde. In der Zwischenzeit liegt beim Kreis ein Genehmigungsantrag vor.

Nordkirchen

, 13.11.2020, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Windkraftanlagen-Betreiber Enertrag hat Anfang Oktober beim Kreis Coesfeld einen Genehmigungsantrag für den Bau von zwei Windkraftanlagen in Nordkirchen eingereicht. Das bestätigt auf Anfrage Andreas Nelles, Projektleiter NRW der in Brandenburg angesiedelten Enertrag Aktiengesellschaft.

Geplant sei in der Schlossgemeinde ein Windpark mit zwei Anlagen, die jeweils eine Nabenhöhe von 130 Metern und einen Rotordurchmesser von 138 Metern haben. Die Gesamthöhe bis zur obersten Flügelspitze betrage 199 Meter, erklärt Nelles.

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Noch gibt es in Nordkirchen keine Windkraftanlage. Mit dem Antrag von Enertrag könnte sich dies voraussichtlich ändern. Die für viele Nordkirchener drängendste Frage „wann?“ lasse sich allerdings nicht so einfach beantworten, macht Andreas Nelles deutlich. Teil des jetzt laufenden Genehmigungsverfahrens sind auch die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. „Hierzu gehört, neben den Stellungnahmen von Umwelt- und Naturschutzbehörden, unter anderem auch die Stellungnahme der Gemeinde Nordkirchen“, erklärt Nelles.

Verlaufe das Verfahren aus Sicht des Antragstellers reibungslos und ohne Einsprüche, könne der Antrag innerhalb von Monaten bearbeitet sein. Es gebe aber auch Fälle, in denen sich das Verfahren deutlich länger hinziehe. Im konkreten Fall sei es schlicht nicht absehbar, macht Andreas Nelles deutlich.

Pläne von vier auf zwei Windräder reduziert

Wenn die Genehmigung erteilt ist, sei grob von einem Zeitraum von ungefähr eineinhalb Jahren auszugehen, bis die Anlage gebaut sei. In dieser Zeit werde die Finanzierungsgrundlage erarbeitet, die Anlage selbst beim Hersteller bestellt und vor Ort aufgebaut.

„Vor Ort“ bedeutet in Nordkirchen in der Bauerschaft Piekenbrock. Ursprünglich habe Enertrag mit vier Windkraftanlagen geplant, mittlerweile sei die Zahl auf zwei reduziert worden, sagt Andreas Nelles. Wenn die Anlagen stehen, sollen sie bis zu 5800 Haushalte mit nachhaltigem Strom versorgen, beschreibt der Enertrag-Projektleiter.

Dass in den Nachbarkommunen Selm und Werne beispielsweise bereits Windkraftanlagen gebaut wurden und in Nordkirchen noch keine, hat auch mit den politischen Diskussionen zu tun. Bislang gab es im Rat der Gemeinde keine Einigung darüber, ob die Gemeinde einen neuen Flächennutzungsplan braucht, der feste Gebiete für den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen vorschreibt.

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Mittlerweile liegt der Gemeinde allerdings die juristische Einschätzung einer Kanzlei vor, dass der derzeitige Flächennutzungsplan voraussichtlich nicht als Grundlage ausreicht, um den Bau von Windkraftanlagen als Gemeinde rechtlich sicher steuern zu können.

Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Josef Klaas, Leiter des Nordkirchener Bauamts, dass die Gemeinde mündlich über den Antrag beim Kreis Coesfeld in Kenntnis gesetzt wurde. Eine schriftliche Aufforderung zur Stellungnahme sei allerdings noch nicht eingegangen. Sobald diese da ist - Klaas rechnet damit, dass diese in Kürze eingehen wird - werde das Thema Windkraft wieder in die politische Diskussion gehen.

Projektleiter bietet an, Bürgerfragen zu beantworten

Jetzt nach den Kommunalwahlen müsse sich der Bauausschuss zunächst neu bilden. In der nächsten Ausschussrunde im Dezember könnte das Thema aber möglicherweise wieder auf die Liste der Tagesordnungspunkte kommen, so Klaas.

Dass die Pläne für Windkraftanlagen in Nordkirchen zuletzt durchaus kontrovers diskutiert wurden, ist auch Enertrag nicht entgangen. Andreas Nelles sagt, dass schon im Laufe der vorbereitenden Planung mit Anwohnern im Umfeld der späteren Anlagen gesprochen wurde. Auch weiterhin sei dem Unternehmen daran gelegen, das Planungsverfahren transparent zu halten. Infoveranstaltungen seien angesichts der Corona-Pandemie eher schwierig umzusetzen, allerdings sagt der Enertrag-Projektleiter, dass er Fragen zur Planung und den Anlagen beantwortet - telefonisch unter (039854) 6459-803 oder per E-Mail an andreas.nelles@enertrag.com.

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