Abgerissen und liegengelassen: Im Vorgarten einer Nordkirchenerin ist das kürzlich zweimal mit Blumen passiert. In der kleinen Gemeinde soll es viele weitere Fälle geben. © Privat / Lesereinsendung
Blumen abgerissen

Vandalismus in Nordkirchener Gärten: Viele kleine Schäden, großer Ärger

Gartenbesitzer in Nordkirchen haben aktuell ein ärgerliches Problem: Immer wieder gibt es Vandalismus. Einer Betroffenen geht es nicht nur um den Schaden: Sie hat vor allem eine Bitte.

In Nordkirchen ärgern sich seit einigen Wochen vor allem Gartenbesitzer darüber, dass immer wieder Blumen in ihren Gärten abgerissen werden. Eine Nordkirchenerin wandte sich schließlich auch an die Redaktion. Ihren Namen möchte sie hier nicht veröffentlicht sehen. Das Thema macht auch in einer lokalen Facebook-Gruppe die Runde.

Seit Anfang Mai seien in ihrem Vorgarten bereits zweimal zahlreiche Blüten von ihren Pflanzen im Vorgarten abgerissen worden. Die Hinterlassenschaften ließen die Täter einfach liegen. Um einen gepflügten Blumenstrauß geht es also wohl nicht. Ein „Dumme-Jungen-Streich“ sei das für die Nordkirchenerin aber auch nicht mehr, sondern Sachbeschädigung. „Auch Pflanzen kosten ja Geld“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion am Montag (17.5.). Auch mehrere Fotos von den Schäden an ihren Pflanzen schickt sie mit. Die Frau schätzt außerdem, dass etwa zehn weitere gleiche oder sehr ähnliche Fälle bekannt seien.

Gespräche in der Familie anregen

Als Übeltäter ausgemacht wurden laut der Nordkirchenerin zwei Jugendliche oder Kinder. „Man hat sie schon dabei gesehen.“ Es kursieren auch Täterbeschreibungen im Netz. (Diese geben wir mangels Bestätigung – etwa durch die Polizei – und mit Blick auf die Taten selbst an dieser Stelle nicht wieder. Anm. d. Red.)

Die Blüten dieser Tulpen wurden einfach abgerissen. Mutmaßlich sollen zwei Jugendliche oder Kinder in Nordkirchen in den vergangenen Wochen häufiger in verschiedenen Gärten gemacht haben.
Die Blüten dieser Tulpen wurden einfach abgerissen. Mutmaßlich sollen zwei Jugendliche oder Kinder in Nordkirchen in den vergangenen Wochen häufiger in verschiedenen Gärten gemacht haben. © Privat / Lesereinsendung © Privat / Lesereinsendung

Der Nordkirchenerin ist dabei eins besonders wichtig, wie sie mehrfach betont: „Über das Thema muss in den Familien gesprochen werden.“ Trotz, verhältnismäßig, kleinem Sachschaden. „So etwas macht man einfach nicht. Ich weiß auch nicht, ob das aus Langeweile passiert oder vielleicht als Mutprobe?“ Sie gehe auch nicht davon aus, dass die Eltern der mutmaßlichen Täter darüber Bescheid wüssten.

Wenige Fälle bislang angezeigt

Apropos „geringfügiger Schaden“: Eine Häufung von Fällen mit Sachbeschädigung in Nordkirchener Gärten ist bei der Polizei bislang nicht bekannt. Das erklärt Sprecherin Britta Venker am Montag (17.5.) auf Anfrage.

Die Wut der Geschädigten könne Venker aber gut verstehen. „Der persönliche Aspekt ist dabei entscheidend.“ Schließlich geht es am Ende auch um die Arbeit, die in den eigenen Garten investiert wird. Ein Preisschild, abgesehen von den Kosten für Pflanzen und anderem Material, kann man daran nur schwer hängen.

Wahrscheinlich werden viele der Betroffenen auch überhaupt keine Anzeige erstatten. Jeder Einzelfall für sich dürfte eher eine Bagatelle darstellen. Ein Ärgernis mit geringen Aussichten auf Aufklärung.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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