West- und Löwentor strahlen in neuem Glanz

Sanierung

NORDKIRCHEN Jahrzehntelang war alles gut gegangen. Trotz der vielen Baustellen an und um die historische Schlossanlage Nordkirchen und im Außenbereich der 71 Hektar großen Parkanlage waren keine Unfallschäden zu beklagen. Im Kalenderjahr 2008 riss diese Serie schlagartig ab.

09.07.2009, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Barocke Denkweise Der barocken Denkweise folgend sind die äußeren Brückentore relativ einfach gestaltet. Je näher man dem Herrenhaus kommt, desto aufwändiger werden auch die Brückenpfeiler. Schon durch äußere Zeichen wollten die barocken Baumeister auf die Bedeutung der Bewohner hinweisen.   So durchquert man von Westen her zunächst das Pfeilerpaar der wieder hergestellten Westbrücke und stößt dann auf das deutlich aufwändiger gestaltete Marstor. Ähnlich ist es auf der Südachse in der Folge von Südbrücke, Löwentor und Frauentor.

Das gesamte Westtor musste abgebaut und neu errichtet werden. Nach nunmehr gut einem Jahr erstrahlen beide Tore in altem Glanz. Unter Beteiligung der Denkmalpflege und dank der tatkräftigen und schnellen Arbeit dreier münsterländischer Firmen - Steinmetzbetrieb Schlüter aus Drensteinfurt, Ziegelei Dreyer in Münster und Schlosserei Limberg aus Nordkirchen - konnte die Übergabe der historischen Tore termingerecht erfolgen.

"Dabei sind es die Details, die die Arbeit so schwierig machen", erläutert Wilhelm Schulte, Verwaltungsleiter der FHF(Fachhochschule für Finanzen), die Projekte. "Zur Wiederherstellung des Westtores musste zunächst eine Ziegelei gefunden werden, die die Verblendsteine in dem ungewöhnlichen historischen Format herstellen und brennen konnte. Danach war es wichtig, dass die Farbgebung und der Brand zu dem gesamten Mauerwerk des Schlosses passten und nicht wie ein Fremdkörper wirkten", ergänzt er seine Ausführungen.  Genau so wichtig war die Wiederherstellung der Sandsteinkissen und der Vasen, die zur Zierde durch Wappenschilder geschmückt sind. Bis auf den noch fehlenden Anstrich an den schmiedeeisernen Toren sind die Arbeiten abgeschlossen.

Die beiden Tore auf der Westseite des Schlosses haben eine herausgehobene Bedeutung. Sie führen in den Westgarten. Etwa 1725 wurden die beiden großen Kastanienalleen als Seitenbegrenzung zwischen den Schlossinseln und der höher liegenden Terrasse vor der Oranienburg gepflanzt. Ein Teil dieser Bäume steht heute noch. 1727 entstand die äußere Westbrücke. Die Ausführung übernahm ein Maurermeister mit Namen Rußweg. Die Zeichnungen Conrad Ferdinand Schlauns sind im Landesmuseum Münster erhalten. Die Brückenpfeiler gleichen denen der zwei Jahre vorher errichteten äußeren Südbrücke.

Barocke Denkweise Der barocken Denkweise folgend sind die äußeren Brückentore relativ einfach gestaltet. Je näher man dem Herrenhaus kommt, desto aufwändiger werden auch die Brückenpfeiler. Schon durch äußere Zeichen wollten die barocken Baumeister auf die Bedeutung der Bewohner hinweisen.   So durchquert man von Westen her zunächst das Pfeilerpaar der wieder hergestellten Westbrücke und stößt dann auf das deutlich aufwändiger gestaltete Marstor. Ähnlich ist es auf der Südachse in der Folge von Südbrücke, Löwentor und Frauentor.

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