Darius Brüggemann spielt seine erste Saison als Kapitän beim SuS Olfen © Sebastian Reith
Fußball

Darius Brüggemann vom SuS Olfen würde sich „gerne sportlich retten“, zweifelt aber am Sinn

Kurz vor dem Beginn der Saison hatte Darius Brüggemann das Kapitänsamt beim SuS Olfen von Marvin Böttcher übernommen. Nach knapp drei Monaten war dieses Abenteuer dann aber schon wieder unterbrochen.

So hatte sich Darius Brüggemann seine erste Saison beim Fußball-Bezirksligisten SuS Olfen ganz gewiss nicht vorgestellt. Einerseits läuft der Tabellenvorletzte seinen sportlichen Ansprüchen deutlich hinterher und auf der anderen Seite wurde die Olfener Saison immer wieder von Corona-Fällen sowie dem Lockdown im November überschattet.

Trotzdem hat der Neu-Kapitän schon jetzt eine Erinnerung, die ihm wohl noch etwas länger präsent im Kopf bleiben wird. „Das war natürlich ein richtig geiles Gefühl, als ich die Jungs da beim ersten Spiel im Derby gegen Lüdinghausen auf den Platz geführt habe. Das ist nochmal ein komplett anderes Spiel, wenn du diese Binde um dem Arm hast und die Jungs darauf hören, was du zu sagen hast“, denkt Brüggemann gerne zurück. Das 2:1-Endresultat tat natürlich auch sein Übriges.

Auch die Übergabe des Mannschaftsführer-Amtes verlief reibungslos. „Natürlich hätte es zu komischen Situationen mit Marvin Böttcher (Ex-Kapitän, der die Binde freiwillig ablegte, Anm. d. Red.) kommen können, aber er ist schon früh auf mich zu gekommen und hat mir gezeigt, dass er absolutes Vertrauen in mich als Kapitän hat. Dazu ist Marvin ja immer noch ein absolutes Vorbild auf dem Platz, das super wichtig für die Mannschaft ist. Ob er nun die Binde um den Arm hat oder nicht“, sagt die Nummer 8 des SuS.

Saisoneröffnung war positiv beim SuS Olfen

Wer ganz ehrlich ist, weiß aber auch, dass die Saisoneröffnung eigentlich dann auch das Einzige ist, was dem SuS wirklich positiv in Erinnerung bleiben wird. „Es war einfach eine sehr komplizierte Saison. Wir kamen nie wirklich ins Spielen, waren dann auch noch zwei Wochen in Quarantäne und in den wichtigen Partien fehlten immer wieder Stammspieler. Trotzdem weiß ich ganz genau, dass wir qualitativ definitiv nicht da unten rein gehören. Wir haben mindestens zwei oder drei Spieler einfach verschenkt.“

Ganz explizit spricht Darius Brüggemann dabei die Auftritte gegen RW Germania, Kirchderne und Huckarde an. In allen Spielen war der SuS zumindest phasenweise die deutlich bessere Mannschaft, mehr als ein Punkt sprang insgesamt aber nicht dabei raus. „Dennoch haben wir gerade gegen Germania gezeigt, dass wir auch problemlos mit den Mannschaften in der oberen Hälfte mithalten können. Das wird uns bei einem möglichen Re-Start Mut geben.“ Und Mut wird der SuS auch brauchen, denn an den nächsten Spieltagen würde mit Roj, Mengede und Nordkirchen nicht unbedingt Laufkundschaft auf der anderen Spielfeldseite stehen.

Darius Brüggemann würde gerne wieder mit seinen Jungs trainieren

Doch wirkliche Hoffnung, dass der Olfener wirklich noch mal auf dem Bezirksliga-Platz stehen wird, hat er nicht: „Das ist bei mir irgendwie jeden Tag anders. Mal habe ich richtig Bock und würde am liebsten direkt wieder anfangen, an anderen Tagen dann wieder nicht. Natürlich möchte ich uns sportlich retten, aber es wäre auch total quatsch jetzt irgendwie 74 Englische Wochen zu spielen, um irgendwie auf diese 50 Prozent zu kommen. Ich glaube allerdings schon, dass wir bald wieder zusammen trainieren dürfen und das ist auch genau das Richtige. Da sind wir innerhalb einer Mannschaft und müssen nicht nach Bochum oder Dortmund fahren. Wenn es beim Training Infektionen gäbe, müssten wir eben in Quarantäne, aber nicht insgesamt 70 Spieler von allen Mannschaften, mit denen wir Kontakt hatten.“

Da aber auch der Mittelfeldspieler genau weiß, dass das Team im Extremfall nur knapp vier Wochen haben könnte, um sich auf den Abstiegskampf vorzubereiten, steht fast wöchentliches Telefonat auf der festen Tagesordnung. Am Apparat ist dann Trainer Jupp Ovelhey. „Wir telefonieren wirklich viel und versuchen die Spiele zu analysieren. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und überlegen, wie wir diese abstellen können. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei meistens auf den Standards. Wir haben extrem viele Punkte durch Gegentore nach Freistößen und Ecken verschenkt.“ Im Fall eines eventuellen Re-Starts scheint der SuS also zumindest taktisch bestmöglich vorbereitet zu sein.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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