Trainer Dietmar Köhler und die Spielerinnen des SuS Olfen werden in dieser Saison nicht mehr Volleyball spielen. © Günther Goldstein
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Ein Volleyball-Trainer befürchtet durch den Saisonabbruch Abgänge – ein anderer sieht das Positive

Die Volleyball-Saison ist offiziell abgebrochen: Das sorgt bei den Trainern der heimischen Vereine für gemischte Gefühle. Das Verständnis ist da, aber sie beurteilen die Folgen des Abbruchs anders.

Seit Ende Oktober war die Volleyball-Saison unterbrochen und jetzt ist auch klar, dass sie nicht wieder aufgenommen wird. Der Westdeutsche Volleyball-Verband (WVV) hat die Spielzeit von der Oberliga bis zur Kreisklasse offiziell abgebrochen. Das sagen die heimischen Trainer zum Saisonabbruch.

„Das ist genau das, wofür wir auch abgestimmt haben“, sagt Dietmar Köhler, Trainer der Verbandsliga-Volleyballerinnen des SuS Olfen. Schon bei einer Umfrage des WVV am Ende des vergangenen Jahres sprach sich die Mannschaft für ein Ende der Saison aus. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir mit einem Abbruch zufrieden wären.“

Für Köhler sei es unvorstellbar gewesen, wieder zu spielen. „Das ist die fairste Lösung und das Beste für alle.“ Nach einer so langen Saison-Pause glaube der Trainer auch nicht, dass die Mannschaft so schnell wieder in Tritt gekommen wäre.

Für die Olfenerinnen wäre es bei einer Wiederaufnahme der Spielzeit vermutlich nur noch um den Klassenerhalt gegangen. Nach vier Spielen lagen sie zwar auf Platz sechs von zehn in der Verbandsliga 5, aber durch die Ligen-Aufstockung und da es mehr Aufsteiger gab, hätte der aktuelle Platz den Abstieg in die Landesliga bedeutet.

Köhler hat noch nie eine so lange Pause vom Volleyball gehabt

„Wir hätten uns vielleicht noch gerettet, aber das wäre nach einem Neustart schwierig gewesen. Wir hätten nach der Unterbrechung einen Monat gebraucht, um wieder reinzukommen“, so Köhler und sieht auch das Positive in der Absage. „Eine Spielerin hat nach der Absage gepostet: Super, dann spielen wir ein Jahr länger in der Verbandsliga“, sagt er und lacht.

Der Trainer hofft jetzt, dass der Start der neuen Saison im September stattfinden kann. „Ich habe noch nie eine so lange Pause vom Volleyball gehabt. Das ist schon komisch.“

Einen Trainingsplan werde es für seine Spielerinnen bis zur Vorbereitung der kommenden Spielzeit nicht geben, aber: „Ich hoffe schon, dass sie nebenbei noch was machen. Ein bisschen sollten sie schon tun. Aber wir sind keine Profi-Mannschaft. Wichtig ist, dass wir alle gesund bleiben.“

Aktuell gibt es bei den Volleyballerinnen des SV Südkirchen auch keinen richtigen Trainingsplan neben dem wöchentlichen Onlinetraining. Sobald sie aber wieder in die Halle könnten, würde Trainer Wolfgang Uhlenbrock wieder mit dem Training starten. „Je weniger man jetzt macht, desto schwieriger wird es, wieder reinzukommen.“

SV-Südkirchen-Trainer Wolfgang Uhlenbrock blick aufgrund befürchteter Abgänge nachdenklich in die Zukunft.
SV-Südkirchen-Trainer Wolfgang Uhlenbrock blickt aufgrund befürchteter Abgänge nachdenklich in die Zukunft. © Marvin K. Hoffmann © Marvin K. Hoffmann

Der Trainer der Bezirksliga-Aufsteigerinnen befürchtet, dass ein paar Spielerinnen mit dem Volleyball aufhören könnten. „Wir müssen sehen, dass alle bei der Stange bleiben. Vielleicht denken sich manche nach der langen Pause: Komm, ich mache einen Schnitt. Wenn sie so eine lange Zeit raus sind, merken sie vielleicht, dass sie sich auch anders beschäftigen können.“

Den Saisonabbruch verstehe Uhlenbrock zwar, sei aber trotzdem enttäuscht. „Wir sind aufgestiegen und standen in der Mitte der Tabelle. Wir hätten gerne die Saison zu Ende gespielt. Wir hatten einen guten Start. Wenn wir mehr Spiele verloren hätten, wäre die Motivation deutlich weniger.“

Der Trainer relativiert aber und sagt: „Es gibt Schlimmeres als kein Volleyball zu spielen.“

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Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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