Für Jupp Ovelhey schließt sich das Kapitel beim SuS Olfen. © Nico Ebmeier
Fußball

Jupp Ovelhey über die Trennung vom SuS Olfen: „Hätte vernünftigen Abschluss gewünscht“

Mitte April kommunizierte der SuS Olfen die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Trainer Jupp Ovelhey zum Saisonende zu beenden. Mit fast zwei Monaten Abstand äußert sich der Coach.

Schon knapp zwei Monate ist es her, als sich der SuS Olfen dazu entschied, die Zusammenarbeit mit Trainer Jupp Ovelhey zu beenden und in der neuen Saison auf einen neuen Coach beim Fußball-Bezirksligisten zu setzen. Ovelhey selbst wird in der neuen Saison die SF Merfeld in der Bezirksliga, allerdings in einer anderen Staffel übernehmen.

Eigentlich ist Ovelhey aber noch bis zum 30. Juni Trainer in Olfen – bis dahin ist das Kapitel an der Hoddenstraße eigentlich noch nicht beendet. Dass die Trennung nun etwas eher zustande gekommen ist, ist tendenziell kein Problem für Ovelhey, dafür stößt ihm aber eine andere Sache auf: „Ich habe natürlich auch mitbekommen, dass ein neuer Trainer angefangen hat. Ich war da schon etwas überrascht, weil normalerweise hätte man da mit mir drüber sprechen müssen, da ich ja noch einen Vertrag habe.“

Jupp Ovelhey ist ein wenig enttäuscht

Ein wenig sei er schon enttäuscht, meint Ovelhey: „Ich kenne das Gebaren. Aber ich hätte erwartet, dass man mich informiert und mich fragt, ob ich damit ein Problem habe.“

Dabei gehe es ihm vor allem darum, sich auf seine Weise vom Team zu verabschieden: „Ich hatte vor, einen vernünftigen Abschluss mit der Mannschaft zu suchen. Ich hätte gerne noch zwei oder drei Einheiten machen wollen, damit wir zusammen einen guten Abschluss hinkriegen.“

Weiter betont Ovelhey, dass es ihm da gar nicht unbedingt um die eigene Person ginge. „Ich stehe da ja nicht alleine da. Auch für die scheidenden Spieler ist kein richtiger Abschluss möglich. Die waren ja teilweise 15 Jahre im Verein“, so Ovelhey. „Da finde ich es schade, dass das nicht machbar war.“

Jupp Ovelhey übernimmt in der neuen Saison die Sportfreunde Merfeld.
Jupp Ovelhey übernimmt in der neuen Saison die Sportfreunde Merfeld. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Die Enttäuschung beim Hauptschullehrer ist unüberhörbar. Böse Worte verliert Ovelhey aber dennoch nicht, auch wenn er durchblicken lässt, dass aus seiner Sicht nicht alles korrekt abgelaufen ist. „Ich wünsche dem Verein, dass wenn es Unstimmigkeiten gibt, dass das offene Wort gesucht wird“, meint er und fügt an: „Das habe ich ein bisschen vermisst. Vielleicht hätte man da Sachen ausräumen können. Für mich wäre das jedenfalls der richtige Weg gewesen.“

Offenbar lief aber nicht nur in der Kommunikation zwischen Trainer und Verein etwas schief, Ovelhey berichtet auch darüber, dass die sportlichen Vorstellungen voneinander abwichen: „Die Voraussetzungen, die man mir versprochen hat, haben sich nicht bewahrheitet.“ Demnach seien nicht annähernd so viele Spieler beim Training gewesen, wie ihm das ihn Aussicht gestellt wurde.

Marvin Böttcher und Sven Schlestein treten freiwillig kürzer

Was diesen Effekt noch verstärkt haben dürfte, war Corona. Als ein Beispiel dafür können Marvin Böttcher und Sven Schlestein genannt werden, die wegen der Pandemie kürzertraten, da sie auch beruflich keine Risiken eingehen wollten. Für Ovelhey eine unglückliche Episode im Kapitel beim SuS Olfen.

Auch zum Winter, als die Saison noch nicht annulliert, aber unterbrochen war, und der SuS Olfen auf dem vorletzten Platz der Bezirksliga lag, war keine Besserung in Sicht. Im Winter wurde die Sportliche Führung beim SuS aktiv und holte drei Spieler. „Offenbar hat man sich in der Winterpause Gedanken gemacht“, meint Ovelhey lapidar. Mittlerweile hat er aber seinen Frieden mit dem SuS geschlossen, auch wenn er wohl nicht mehr an die Hoddenstraße zurückkehren wird, wie er glaubt: „Für mich ist die Sache abgeschlossen.“

Nun folgt das nächste Kapitel in Ovelheys Trainerlaufbahn – unter ähnlichen Voraussetzungen wie beim SuS. Die Sportfreunde Merfeld sind ebenfalls nicht mit einem prall gefüllten Geldsäckel wie eben genau Olfen ausgestattet. Auch hier setzt der Verein viel auf junge Spieler. „Ich denke aber, dass Merfeld die Struktur hat, sich auch mit geringem finanziellen Aufwand in der Liga zu halten.“

Das Kapitel SuS Olfen schließt sich

Die Spielklasse kennt Ovelhey übrigens bestens. Schließlich coachte er fast zwei Jahrzehnte den SV Lippramsdorf, einen Liga-Konkurrenten der Sportfreunde. Auf diese Duelle dürfte sich Ovelhey besonders freuen. „Zwischen den beiden Mannschaften gab es immer eine gewisse Rivalität. Da war immer viel Feuer drin.“

Es ist aber nicht die alte Liebe, die Ovelhey an der neuen Liga reizt. „Es gibt da einige Vereine, zu denen ich eine persönliche Beziehung habe. Ich freue mich schon sehr drauf, gegen sie zu spielen.“ Für Jupp Ovelhey beginnt das nächste Kapitel.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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