Marcel Müller hütet ab der nächsten Saison das Tor von Westfalia Vinnum. © Manfred Rimkus
Fußball

Oberliga oder Westfalenliga? Marcel Müller entscheidet sich für die A-Liga und Westfalia Vinnum

Marcel Müller lief zuletzt in der Oberliga auf. Ab dem Sommer spielt der Torwart für Westfalia Vinnum. Doch warum hat sich der 29-Jährige für den abstiegsbedrohten A-Ligisten entschieden?

Als Westfalia Vinnum vor einigen Tagen bekanntgab, Marcel Müller für die neue Saison verpflichtet zu haben, kam das schon einer größeren Überraschung gleich. Schließlich wechselt der Torwart mit reichlich Oberliga-Erfahrung, die er beim TuS Haltern am See und bei der Spielvereinigung Erkenschwick sammelte, in die Kreisliga nach Vinnum. Bleibt die abstiegsbedrohte Westfalia A-Ligist, spielt Müller in der neuen Saison vier Ligen tiefer als in dieser Spielzeit. Und dennoch ist der Schritt des 29-Jährigen nachvollziehbar.

TuS Haltern, SpVgg Erkenschwick und Westfalia Vinnum kommen infrage

„Für mich gab es eigentlich nur drei Vereine, die infrage kommen“, so Müller: „Der TuS Haltern, der mir aber durch die Blume gesagt hat, dass er nicht mehr mit mir plant, mein Heimatverein SpVgg Erkenschwick, die aber kein Bedarf hat, und Westfalia Vinnum.“ Müller und Patrick Roser, Sportlicher Leiter der Westfalia, kannten sich schon länger – die Verantwortlichen in Vinnum, die ohnehin einen weiteren Torhüter verpflichten wollten, packten die Gelegenheit beim Schopf und holten Müller.

Entgegen kam dem Familienvater aber auch, dass der Aufwand nun nicht mehr so hoch sein wird. Mehr Zeit für seine Mitmenschen zu haben, war ein Grund für den Wechsel. „Es ist einfach etwas anderes, nach Herten zu fahren, als wenn man zu den Auswärtsspielen nach Siegen oder Gütersloh muss“, sagt Müller. „Jetzt muss ich am Sonntag erst um 13 Uhr los anstatt schon um 10 Uhr morgens.“

In familiärer Richtung kann die Westfalia sogar noch mit einem anderen Aspekt punkten: „Nebenan ist ein Spielplatz“, berichtet Müller, „bis mein Sohn auf dem Fußballplatz steht, ist das für ihn interessanter.“

Ähnliche Voraussetzungen würde aber auch Müllers Jugendklub SuS Olfen erfüllen. Dennoch entschied er sich für Vinnum, obwohl der 29-Jährige sogar in Olfen wohnt. Der Grund ist simpel: „Dort ist keiner auf mich zugekommen und ich bin nicht in der Position, mich ihnen anzubieten“, meint Müller. Zudem kenne er kaum noch Leute aus dem Verein. Die Spieler, die mit ihm in den Jugendmannschaften beim SuS gespielt hätten, seien nicht mehr aktiv.

Maximilian Stasch und Marcel Müller sind schon lange miteinander befreundet.
Maximilian Stasch und Marcel Müller sind schon lange miteinander befreundet. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Anders gestaltet sich da die Lage in Vinnum. Roser und Müller kennen sich bereits, mit Trainer Dennis Gerleve und den Geschäftsführer Michael Asemann habe er inzwischen auch Kontakt gehabt, sagt Müller. Zudem kenne er Yusuf Demir bereits. Größtes Faustpfand war aber eine andere Vinnumer Personalie. „Maximilian Stanek ist seit 15 Jahren einer meiner besten Kumpel“, erzählt Müller.

In welcher Liga der neue Vinnumer Torwart in der kommenden Saison spielen wird, ist noch nicht klar. Die Westfalia steckt im Keller der Kreisliga fest und muss um den Klassenerhalt bangen. Sollte es im Sommer in die B-Liga gehen, wäre es für Müller kein Problem. „Auch wenn niemand gerne absteigt: Es kommt, wie es kommt“, sagt er lapidar.

Michael Müller zeigt sich ehrgeizig

Was aber nicht heißen sollen, dass es Müller egal ist. „Ich möchte gerne gewinnen. Mich fuchst es auch, wenn ich im Training verliere“, sagt der 29-Jährige. „Ich bin ein schlechter Verlierer, aber ein fairer Sportsmann.“

Wohin geht es also mit der Westfalia? Ins obere Drittel der Kreisliga A zu stoßen, würde sich Müller schon wünschen, wie er sagt. Aber der Torwart betont: „Uns selbst unter Druck zu setzen, ist der falsche Weg. Der Spaß muss an erster Stelle stehen. Was dann an sportlichem Erfolg kommt, kommt obendrauf.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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