Westfalia Vinnum kann weiter auf einen seiner Haudegen bauen. © Jürgen Weitzel
Fußball

Ü40-Spieler von Westfalia Vinnum macht weiter: „Wünschte, ich könnte einen Schlussstrich ziehen“

Westfalia Vinnum kann auch kommende Saison auf erfahrene Kräfte vertrauen. Ein weiterer Ü40-Spieler hat seine Zusage gegeben und löst ein Versprechen ein, obwohl das vielleicht nicht nötig wäre.

An Erfahrung mangelt es Westfalia Vinnum wahrlich nicht. Der Fußball-A-Ligist hat in dieser Saison einige Spieler in seinen Reihen, die schon einiges erlebt haben. Im Winter stießen in Pascal Beck und Robin Hagenmeyer zwar zwei Kräfte zum Kader, die den Altersschnitt senken, dennoch hat die Westfalia weiter viele Spieler in seinen Reihen, die schon länger auf dem Feld stehen.

Einer von ihnen ist Helmut Stolzenhoff. Der „Oldie“ wird auch in der kommenden Saison an der Borker Straße spielen. Die Westfalia hat aber noch einen zweiten Spieler aus der Ü40-Fraktion in ihren Reihen: Als Timo Tetzlacht gefragt wird, warum er sich zu einem weiteren Jahr Fußball durchgerungen hat, muss er erst einmal überlegen. Dann sagt er: „Es waren so wenig Spiele, es ist ja praktisch gar nichts passiert.“

Patrick Roser und Dennis Gerleve überzeugen Timo Tetzlacht

Eigentlich wollte der 41-Jährige etwas kürzertreten. Der Sportliche Leiter Patrick Roser und der Ende November verpflichtete Trainer Dennis Gerleve überzeugten Tetzlacht jedoch von einem weiteren Jahr an der Borker Straße. „Er ist sehr ehrgeizig, das mag ich an Trainern“, berichtet Tetzlacht. „Das Gespräch, das wir hatten, drehte sich vor allem um Taktik, das hat mir sehr gefallen.“

Timo Tetzlacht hat noch nicht genug und läuft ein weiteres Jahr für Westfalia Vinnum auf.
Timo Tetzlacht hat noch nicht genug und läuft ein weiteres Jahr für Westfalia Vinnum auf. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Und eine andere Sache – ein berühmter Ausspruch von Otto Rehhagel – dürfte Tetzlacht ebenfalls imponiert haben: „Dennis hat mir gesagt: ‚Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte.‘“

Daher ginge Tetzlacht selbst auch davon, weiter eine Rolle bei der Westfalia zu spielen. „Welche“, sagt der Familienvater, „muss aber der Trainer entscheiden. Er bestimmt, ob ich auf dem Platz stehe oder nur Wasserträger bin.“ Selbst also Hilfsarbeiten würde Tetzlacht erledigen. Der 41-Jährige stellt aber klar, um einen Platz auf dem Feld zu kämpfen: „Ich würde mich nur mit Zähneknirschen auf die Bank setzen, aber das ist bei jedem Spieler so.“

Bei der Entscheidung weiterzumachen geht es auch um die Einlösung eines Versprechens, das Tetzlacht gegeben hat. Vor einiger Zeit gab der Fußballer zu Protokoll, nicht in seinem letzten Jahr als Fußballer abzusteigen. Wo Vinnum sportlich in der nächsten Saison beheimatet sein wird, ist allerdings offen. Ob die Einlösung dieses Versprechens überhaupt nötig wäre, ist also gar nicht klar.

Weiter Teil von Westfalia Vinnum

Sicher aber ist bereits jetzt: Tetzlacht wird Teil der Mannschaft sein, Ende offen: „Bis auf zwei Kreuzbandrisse bin ich weitestgehend von Verletzungen verschont geblieben. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich noch spielen werde“, sagt Tetzlacht. „Außer Montagmorgen nach dem Spiel, wenn einem alles wehtut, fühle ich mich gut. Man müsste mich vielleicht fragen, wie es aussieht, wenn ich 16 Spieler hintereinander in den Knochen habe.“

Noch aber macht der Körper mit und Tetzlacht ist konkurrenzfähig. Wann Schluss sein könnte, weiß er aber selbst: „Ich würde mich freuen, wenn ich beim Training der Schlechteste wäre. Dann könnte ich sagen, dass ich nur ein Bremsklotz bin und einen Schlussstrich ziehen. Noch“, betont Timo Tetzlacht mit Nachdruck, „kann ich aber mithalten.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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