Die Fußballer des SuS Olfen stehen schon seit längerer Zeit nicht mehr auf dem Platz. © Jura Weitzel
Fußball

Wie ein Fußballer des SuS Olfen den Lockdown erlebt: „Die Playstation leidet“

Eigentlich würde er viel lieber auf dem Platz stehen. Allerdings ist das gerade nicht möglich. Der Spieler des SuS Olfen versucht auf seine ganz eigene Weise, dem Lagerkoller vorzubeugen.

Es hätte alles so schön werden können, aber dann kam es anders. Lediglich sechs Spiele wurden es, bevor der Ball seit nun mehr Monaten ruht. Geplant war das allerdings nicht.

Als Leon Westrup im Frühling 2020 zu Fußball-Bezirksligist SuS Olfen wechselte, war er endlich war mit seinen Freunden Daniel Berger und Darius Brüggemann vereint. Die Vorfreude auf viele gemeinsame Spiele war groß. Doch es kam anders als geplant. Statt zu den Fußballschuhen greift er jetzt zum Playstation-Controller.

Erst sechs Mal standen die drei Freunde seit dem Wechsel gemeinsam auf dem Platz. Grund dafür ist natürlich die Corona-Pandemie. Die Rückrunde in der Saison 2019/20 wurde abgebrochen und seit November ruht der Ball erneut. Leon Westrup ist unzufrieden, wie es seit seinem Wechsel gelaufen ist: „Ich habe natürlich gehofft, dass wir mehr Spiele machen können“, sagt Westrup und fügt hinzu: „Wir würden alle gerne wieder auf dem Platz stehen.“ Damit spricht er wahrscheinlich für alle Amateurfußballer, die seit Monaten nicht mehr gegen den Ball treten dürfen.

So ganz ohne Fußball geht es bei Westrup aber nicht. „Meine Playstation muss gerade ganz schön leiden“, sagt Westrup und lacht. Er spiele viel FIFA, damit er „zumindest irgendwie Fußball spielen kann“, erzählt er. Außerdem schaue er natürlich viel Fußball. Westrup ist BVB-Fan und stolzer Dauerkartenbesitzer. Aktuell muss er die Spiele aber von der Couch verfolgen. „Natürlich fiebert man vor dem Fernseher nicht richtig mit“, sagt er. „Trotzdem finde ich es gut, dass die Profis weiterspielen, damit man weiter Fußball gucken kann. Sonst hätte man ja gar keinen Fußball.“

Westrup fehlt die Zeit mit dem SuS Olfen

Neben dem Gefühl, selbst auf dem Platz zu stehen, vermisst Westrup aber noch eine weitere Sache am Vereinsleben. Ihm fehle das gemütliche Zusammensitzen nach den Spielen und die Gespräche mit seinen Mitspielern und Freunden. „Nach den Spielen im Sommer konnten wir nicht mal nach den Spielen zusammensitzen und gemeinsam mal ein Bier trinken. Man hat gespielt und ist danach direkt nach Hause gefahren“, erinnert sich Westrup.

Er hoffe, dass das bald wieder möglich sei, denn er spiele gerne Fußball, „aber das nach den Spielen gehört auch dazu und macht für mich auch den Spaß aus“, sagt der 24-Jährige. Außerdem sei das wichtig für die Teammoral. Aktuell habe er „relativ wenig Kontakt zu den Mitspielern“, erzählt er. Auch die Neuzugänge, die jetzt in der fußballfreien Zeit kamen, hat Westrup noch nicht kennengelernt. „Es gab da eine Zoom-Konferenz mit einer Vorstellungsrunde, aber da konnte ich leider nicht teilnehmen.“

Wenig Hoffnung auf den Restart

Die Videokonferenzen sollen jetzt aber regelmäßig wiederholt werden. „Es soll mittwochs eine Zoom-Konferenz geben, in die sich alle einschalten können, die Zeit haben“, sagt Westrup. So soll der Kontakt zur Mannschaft gehalten werden. Außerdem gebe es einen Lauf-Wettbewerb, damit die Spieler fit bleiben. Jeder soll seine Kilometer aufschreiben und am Ende wartet auf den Spieler mit den meisten Kilometern eine Belohnung.

Westrup fällt es schwer, sich für das Laufen zu motivieren, wenn die Perspektive fehlt. „Ich hab mich ehrlicherweise noch nicht so viel damit beschäftigt. Ich denke nicht, dass es bald wieder losgeht“, sagt er. Die Vorfreude auf die Zeit, wenn es so weit ist, ist aber schon jetzt groß: „Ich hoffe, dass wir dann auch mal wieder einen richtigen Teamabend machen können.“ Dann kann er den Playstation-Controller auch endlich wieder gegen seine Fußballschuhe tauschen.

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