Anna Borowek in Aktion für den TV Waldgirmes - in einer Zeit vor Corona. © Florian Guembel (A)
Volleyball

Zwischen Profisport und Studium: Die Olfener Volleyballerin Anna Borowek spielt mit ihrer Zukunft

Anna Borowek ist Profi-Volleyballerin beim Zweitligisten TV Waldgirmes. Das heißt: Die ehemalige Spielerin des SuS Olfen darf aktuell spielen. Nebenbei studiert sie aber auch noch - ein schmaler Grat.

Als Spielerin des Volleyball-Zweitligisten TV Waldgirmes gehört Anna Borowek aktuell zu den wenigen Sportlern, die spielen dürfen. Für die ehemalige Spielerin des SuS Olfen ergibt sich daraus aber ein schmaler Grat zwischen dem Spaß am Volleyball und dem Risiko, dadurch ihr Studium zu gefährden.

Sie selbst sieht die zweite Volleyball-Bundesliga nämlich als semi-professionell. „Die ist schon angelehnt an die erste Liga, aber das ist kein Vergleich. Die haben viel mehr Möglichkeiten. Die Spielerinnen trainieren täglich. Das ist fast deren Job“, sagt Borowek.

Aber sie – als Medizin-Studentin an der Universität Marburg – lebt eben nicht vom Volleyball. Sie musste im Januar noch Klausuren schreiben, hat Mitte April ihr zweites Staatsexamen und möchte ab Mai ihr praktisches Jahr in einem Krankenhaus in Münster absolvieren.

„Das ist ein bisschen schwierig. Es ist eine gute Sache, dass weitergespielt werden kann, aber für jemanden, der nebenbei noch etwas anderes macht, kann es Probleme geben“, so die 24-Jährige, die bis zur U13 beim SuS Olfen spielte.

Anna Borowek (l.) in der D-Jugend des SuS Olfen.
Anna Borowek (l.) in der D-Jugend des SuS Olfen. © Kevin Kohues © Kevin Kohues

„Probleme geben“ heißt in ihrem Fall konkret: Sie muss in Quarantäne und kann nicht an Klausuren teilnehmen. Die Spielerinnen würden zwar maximal 24 Stunden vor jeder Partie getestet werden, es gebe eine Maskenpflicht und kein Abklatschen nach den Spielen, aber: „Ein Restrisiko ist da“, sagt Borowek.

Denn bei einem positiven Testergebnis müsse das ganze Team in Quarantäne. Das kann sich die Studentin nicht leisten. „Deswegen setze ich zwei Wochen vor meinem Examen aus, um nichts zu riskieren.“

Spielplan in der zweiten Volleyball-Liga ist verzerrt

Und die Team-Quarantäne birgt auch noch ein anderes, sportliches Problem. Immer wieder müssen Spiele ausfallen, die Tabelle ist verzerrt. Der TV Waldgirmes hat als Tabellenletzter aktuell zwei Spiele weniger als das davor platzierte Team und drei weniger als der Zweite.

Aktuell käme es aber nicht mehr so oft zu Spielausfällen. Das liege auch daran, dass keine Fans mehr in die Halle können, was sich aber auf die Klubs auswirke.

„Die Folgen sind unterschiedlich für die Vereine. Das hängt auch davon ab, wie viele Fans vorher so da waren. Unsere Sponsoren sind noch dabei, aber es gibt durch die Tests natürlich Mehrkosten“, sagt Borowek, die von ihrer Mutter Britta, ehemalige Volleyball-Spielerin und Trainerin, mit sechs Jahren zum SuS Olfen mitgenommen wurde.

Über Union Lüdinghausen und die Biedenkopf Wetter Volleys kam die 1,80 Meter große Mittelblockerin nach Mittelhessen. Beim TV Waldgirmes in Lahnau ist Borowek, die auch noch Freunde und Familie in Olfen hat, sogar Kapitänin.

Ambitionen für die erste Volleyball-Liga hat sie aber nicht. „Ich denke, die zweite Liga ist mein Limit. Das geht nebenbei noch gut.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt