Ampel ist Auslaufmodell: Im Februar beginnt der Umbau der Bilholtstraße im Herzen von Olfen

hzBilholtstraße in Olfen

Jetzt wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Die Tage der letzten Olfener Ampel sind gezählt. Bis sich auf der Bilholtstraße der Verkehr dreht, muss Olfen aber eine Durststrecke überstehen.

Olfen

, 05.01.2020, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das wird eine harte Zeit. Davon ist auch Bürgermeister Wilhelm Sendermann überzeugt. Der Umbau einer Ortsdurchfahrt treffe eine Stadt immer hart.

Olfens Nachbarstadt Selm kann ein Lied davon singen. Dort war die Kreisstraße zum Ärger der Geschäftsleute und Pendler für mehr als zwei Jahre gesperrt. Der Umbau des 500 Meter langen Stücks Bilholtstraße zwischen der Einmündung „Im Selken“ und dem Rewe-Markt soll deutlich kürzer ausfallen.

Bürgermeister rechnet mit einem halben Jahr Bauzeit

„Ich rechne mit etwa einem halben Jahr Bauzeit“ sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Das sei „ein ambitioniertes Ziel“, aber genau das habe sich die Stadt gesetzt. „Im Februar geht es los, und Ende des Sommers wollen wir fertig sein“. So lange, daran lässt er aber keine Zweifel, wird er deutliche Einschnitte geben: ein notwendiges Übel, damit es künftig sicherer werde auf Straße quer durch die Innenstadt von Ost nach West.

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Mehr als 8000 Autos sind jeden Tag auf der Straße unterwegs, dazu kommen noch Radfahrer und Fußgänger: viele Nutzer, die sich wenig Fahrbahn teilen müssen. Die Folge: brenzlige Situationen. Die Straße wird auch künftig nicht breiter - im Gegenteil.

Autofahrer müssen abgeben, Fußgänger bekommen dazu

4,50 Meter: Mehr steht den Autofahrern nicht zur Verfügung - und nicht nur ihnen. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer teilen sich die Fahrbahn mit Radfahrern. Für sie sind künftig leuchtend rote Radfahrstreifen vorgesehen.

Während Autofahrer Raum abgeben müssen, bekommen Fußgänger etwas dazu: Die Gehwege werden von bislang 1,30 auf 2,25 Meter wachsen.

Ampel ist Auslaufmodell: Im Februar beginnt der Umbau der Bilholtstraße im Herzen von Olfen

So wie hier auf der Straße Zur Geest sollen auch die Radfahrstreifen auf der Bilholtstraße aussehen. © Sylvia vom Hofe

Wie die neue Verkehrsführung aussehen wird, lässt sich schon heute beobachten: an der Straße Zur Geest vor der Stadthalle. Rot leuchten die Radfahrstreifen auf beiden Seiten der bereits erneuerten Straße.

Zwar lassen sie sich auch von Autos überfahren - Bordsteinkanten fehlen -, dennoch wiesen sie unübersehbar auf die Rechte der Radler hin, sagt Sendermann: „Wie in Holland.“ Von dort hat sich die Stadt das Erfolgsmodell abgeschaut.

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Mit der Bilholtstraße wächst das Stück Holland in Olfen weiter. „Und das wird nicht die letzte Straße sein, die wir so gestalten werden“, sagt der Bürgermeister. Dass es auch Kritik gibt an den roten Streifen, weiß er. Nicht zuletzt bei der Bürgerversammlung im Mai 2019 war die Sorge laut geworden, dass der Streifen - anders als ein regulärer Radweg - Radlern nur scheinbare Sicherheit gebe.

Wer regelmäßig auf der Geest unterwegs ist, sieht laut Bürgermeister inzwischen, dass es durchaus Vorteile habe, die Radfahrer nicht an den Rand zu drängen, sondern sichtbar auf die Fahrbahn. „So ein Umstellungsprozess ist aber immer schwierig“, räumt er ein.

Abschied nehmen von der Ampel

Mehr Mut zur Farbe zeigt sich auf der Fahrbahn. 4,50 Meter über ihr allerdings das Gegenteil. Dort werden acht Wochen die Lichter ausgehen und die Farben Rot, Gelb, Grün verschwinden - zusammen mit der letzten Ampel Olfens. An Stelle der Ampelkreuzung Bilholtstraße/Zur Geest wird ein Minikreisel treten. Im Gegensatz zu „normalen“ Kreiseln von größeren Durchmesser dürfen Autos, insbesondere Lkw, die Mittelinsel überfahren.

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Die Verkehrsplaner erhoffen sich von der Veränderung, dass der Verkehr im Zentrum besser fließen wird - sobald erst einmal die halbjährige Sperrung wieder aufgehoben sein wird.

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